literadio mischt die Stimmen

Vom stickenden Kommissar (Tatjana Kruse: Stick oder stirb!) über die Identitätssuche eines jungen Mannes in den Wirren des Balkankrieges (Goran Vojnović: Unter dem Feigenbaum), hin zu einer makaberen Geschichte um Macht und Gerechtigkeit mit einem alten Mythos um eine irische Königin (Andrea Stift-Laube: Die Stierin), sowie grotesken Einfällen und brillant gebauten Satzgebilden (Andreas Unterweger: Grungy Nuts) bis zum langen Weg zum Frauenwahlrecht in Österreich (Frauen.Wahl.Recht. 100 Jahre Frauenwahlrecht) (und das war noch gar nicht alles) – auf der literadio-Bühne stimmt die Mischung!

Mehr zum Nachhören und Nachsehen

#Verlagegegenrechts auf der Frankfurter Buchmesse

Die Initiative #verlagegegenrechts  ist auch auf der Frankfurter Buchmesse präsent und hat mit einem neuen Statement und Aufruf zur Positionierung gerufen:

Dem Rechtsruck entschlossen entgegentreten – in Frankfurt und überall

Als sich die Kampagne „Verlage gegen rechts“ gründete, war das der längst überfällige Versuch, die Präsenz rechter und rechtsradikaler Verlage auf den Buchmessen institutionell zu skandalisieren. Mit guter Medienresonanz und einer Fülle stark besuchter Veranstaltungen gelang ein Programm, das die Unangemessenheit der lautstarken Auftritte von rechts zeigte und sachliche Diskussion mit eigenen Inhalten dagegenstellte. Trotz dieses Erfolgs lautet unsere Bilanz: Das reicht uns nicht!

In Deutschland wie europa- und weltweit erleben wir zunehmend beängstigende Ressentiments und menschenfeindlichen Rassismus. In dieser Situation ist es uns unbegreiflich, dass sich so viele, die in unserer Buchbranche arbeiten, weiterhin nicht positionieren, geschweige denn engagieren.

Sich gezielt unpolitisch zu geben oder nach rechts unabgegrenzte Programmarbeit zu machen stärkt diejenigen, die eine tolerante und demokratische Weltanschauung attackieren und unterminieren. Die deutsche Verlagslandschaft hat sich jahrzehntelang kritisch mit dem Nationalsozialismus, seinen Ursachen und Folgen auseinandergesetzt. Umso unerklärlicher, dass die Gefahr neuer faschistischer Tendenzen unterschätzt wird. Während tausende Menschen im Mittelmeer in den Tod getrieben werden und uns täglich „die Fähigkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit“ (Rosa Luxemburg) vor Augen geführt wird, kommt das Humane, was Literatur ausmacht, zu kurz.
Verlagsarbeit heißt in unseren Augen, die Welt zwischen zwei Buchdeckel zu bringen, die Perspektiven von Menschen aus allen möglichen Ländern zu beleuchten und gerade die Stimmen der Unterdrückten und der Andersdenkenden vernehmbar zu machen. Abschottung ist in einer Branche, in der jährlich tausende Titel aus anderen Sprachen übersetzt werden, schlechterdings die Antithese.

Während der Kampagne ist uns allzu oft das Wort Meinungsfreiheit entgegengehalten worden wie auch die Forderung, mit rechten Demagog*innen und Aufhetzer*innen zu reden. Doch was geschieht, wenn rechte Hetzparolen eine Bühne bekommen, können wir nun beobachten. Sie halten ihre Position für den Mainstream. Wir glauben weder an „Angst“ als Grund für Hass, noch an „Heimat“ als Grund für Gewalt und Empathielosigkeit. Wir sagen: Analyse ja, Verständnis nein! Wir fordern offene Grenzen in den Köpfen und zwischen den Staaten und Solidarität mit allen Schwächeren auf dieser Welt. Wir wollen, dass alle hier Lebenden sozial und politisch gleichgestellt werden. Es sind genug Mittel für ein würdiges Leben für alle da, sie sind nur falsch verteilt. Statt Geld in Infrastruktur zu investieren, werden Milliardengeschäfte mit Waffen gemacht. Die deutsche Wirtschaft und Politik wird dadurch selbst zum Fluchtverursacher. Das muss ein Ende haben.

Und es kann nicht sein, dass wir nur reagieren: Wir sollten den Diskurs bestimmen, da wir Argumente haben und nicht, wie die Rechten, nur Ressentiment. Wir wünschen uns eine andere Welt und wir wünschen uns, dass alle Verlage ihre Aufgabe darin sehen, ihrer Rolle als geistige Inspiratoren auf dem Weg dorthin gerecht werden!

Autorin des Gastlandes Georgien auf der literadio-Bühne

FFBM_20181010_43Ekaterine Togonidze ist eine junge Autorin aus Georgien, die in ihrem neuesten Buch das Thema Behinderung anspricht, das in ihrer Heimat weitgehend unterdrückt wird, aber auch bei uns größerer Aufmerksamkeit bedürfte.

Das Buch “Einsame Schwestern” handelt von zwei jungen Frauen, siamesischen Zwillingen, die zum einen einen Weg für sich individuell finden müssen, mit ihrer Situation umzugehen, zum anderen Teil darum bemüht sind, von der Gesellschaft als Menschen wahrgenommen und behandelt zu werden. Die Autorin lässt Diana und Lina separat Tagebuch schreiben um dadurch diese zwei Persönlichkeiten in einem Körper verständlich zu machen. Es gelingt ihr damit, sie anziehend und liebenswert erscheinen zu lassen.

 

Das Literadioprogramm startet

Aus dem Lesemodus schalten die RedakteurInnen in den Gesprächsmodus. Das Programm startet. Neben der Liveübertragung in unserem Webradio werden die Beiträge archiviert und sind – sobald diese fertig bearbeitet und mit Metadaten versehen wurden – unter “Nachhören” zu finden.

Im wilden Trubel der größten deutscsprachigen Buchmesse bleiben die literadio Bühne und der Stand der IG Autorinnen Autoren ein Treffpunkt der vorrangig österreichischen Literaturszene.

Redakteur*innen im Lesemodus

Die Frankfurter Buchmesse steht vor der Türe: 10. – 14. Oktober

literadio bereitet sich auf 38 Slots mit Gesprächen und Lesungen über Werke von 26 AutorInnen aus 30 Verlagen und Diskussionen mit HerausgeberInnen und VerlegerInnen über den aktuellen Diskurs in der Buchwelt vor.

 
Nach der erfolgreichen Einteilung des Bühnenprogramms wird daher bei literadio gerade fleißig gelesen um sich auf unsere Gäste – ExpertInnen aus der Literaturszene – vorzubereiten.