Stefan Soder: Die Tour

“Ein Lehrer, der die Schule schwänzt, um sich intimen Obsessionen hinzugeben. Ein erfolgreicher, mit sich hadernder Berater in der internationalen Finanzbranche im privaten Gewissenskonflikt. Mithilfe von dessen Ehefrau überredet Bernd seinen alten Freund Franz zu einer gemeinsamen Skitour. In ihrer Jugend unzertrennlich haben die beiden seit vielen Jahren nichts mehr zu zweit unternommen. Während sie den Berg besteigen, tauchen sie in ihre Vergangenheit ein, die sie verbindet und zugleich unausgesprochen zwischen ihnen steht. Die Perspektive wechselt hin und her wie die Serpentinen, über die sie den Berg hinauf spuren, wie die Schwünge, die sie bei der Abfahrt in den Schnee setzen. Ein Hin und Her, wie auch die Gedanken der beiden changieren, zwischen Offenheit und Rollenspiel, Verklärung und Groll, Verständnis und Abscheu, Vertrauen und Distanz, endgültigem Bruch und neuer Hoffnung.” (Quelle: Braumüller Verlag)
In seinem dritten Roman erzählt Stefan Soder über Heimat und Entwurzelung, über Freundschaft, ihre Quintessenz und ihr mögliches Ende. Aber auch über die Auswüchse unserer Leistungsgesellschaft, sei es in der Enge der dörflichen Struktur oder in der Weite der globalisierten Welt.

Der Autor im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Buch ist im Braumüller Verlag erschienen.

Unterhaltung mit Haltung – Andreas Nastl

Andreas Nastl -Foto: LaKult

Haben Astronauten einen Schutzpatron? Warum sind Straßen barrierefrei, Wohnhäuser aber nicht? Warum sind Zukunftsforscher nicht allesamt Lottomillionäre? Wann kommt die Bibel für Veganer? Über all das und noch vieles mehr macht sich der niederösterreichische Autor Andreas Nastl in seinem Debüt-Programm „Vorsicht Fräskante!“ so seine Gedanken. Christian Berger unterhielt sich mit ihm über die Entwicklung des Programmes, Haltungsübungen und das Spezielle am bühnentauglichen Philiosophieren über die Welt.

 

 

Thomas Ballhausen: Das Mädchen Parzival

Gedichte, mit einer Bildstrecke von Chris Saupper und einem Nachwort von Matthias Schmidt.

“Thomas Ballhausens erzählerische Lyrik ist Antike und Zeitgeist, Philosophie und Punk, bringt historische Helden und mythologische Figuren aufs Tapet und greift auf die großen Narrative der Menschheit zurück. Einmal ganz Galan, konziliant in der Wortwahl, einmal tiefgehend mit Wilde’scher Leidenschaft und Verve, dann wieder kaltschnäuzig mit einem kräftigen Schuss noir erzeugen die balladenhaften Texte einen zeitlosen Nachhall. Fragen nach Mechanismen menschlichen Handelns und der Verfasstheit von Ritualen werden laut; der Dichter zerlegt althergebrachte Machtmuster, lässt Geschlechterrollen bersten und bleibt bei all dem ein Erzähler cinematografischen Ausmaßes: Die Intensität der Sprache ist körperlich spürbar. Sie changiert von tabubehaftet zu lustvoll und ergießt sich immer wieder in düstere Wortkaskaden. Der renommierte Fotograf Chris Saupper fungiert als Bildredakteur und hat die Lyrik Ballhausens mit zeitgemäßen visuellen Ergänzungen versehen.” (Quelle: Limbus Verlag)

Thomas Ballhausen und Chris Saupper luden zur Buchpräsentation in die Buchhandlung Yellow ein und im Gespräch mit Daniela Fürst sprachen die beiden über ihre Zusammenarbeit, ihre individuellen künstlerischen Entstehungsprozesse und Inspirationsquellen. Das Buch ist im Limbus Verlag in der Reihe Limbus Lyrik erschienen.

Isabella Breier: Mir kommt die Hand der Stunde auf meiner Brust so ungelegen, dass ich im Lauf der Dinge beinah mein Herz verwechsle.

Ein Lyrikband in 12 Kapitel mit Illustrationen von Hannah Medea Breier, erschienen in der Edition fabrik.transit.

Isabella Breier im Gespräch mit Daniela Fürst über die Entstehungsgeschichte ihres 2019 erschienenen Lyrikbands, der unterschiedliche Gedichte aus mehreren Arbeitsjahren umfasst. Neben den Aspekten, die bei der Sortierung der Gedichte in die 12 Kapitel zum Tragen kamen, und der Rolle der Bilder, die ihre Tochter Hannah Medea Breier für die Kapitel geschaffen hat, erzählt die Autorin auch von den Entstehungsprozessen selbst, der Unmittelbarkeit und Dringlichkeit mancher Gedanken und den Überraschungen, die einige Gedichte auch ihr selbst im Nachhinein bereiten.

Otto Hans Ressler: Die Verleumdung

Eine Novelle mit einem Vorwort von Oliver Rathkolb.

Ende des 19. Jahrhunderts wird ein jüdischer Industrieller von einem deutschnationalen Reichsratsabgeordneten beschuldigt, dem Heer unbrauchbar gemachte Gewehr-Schlösser zu liefern. Ziel dieser hochverräterischen Sabotage sei es, die k. u. k. Armee so zu schwächen, dass von Österreich-Ungarn aus die »jüdische Weltherrschaft« errichtet werden könne. Der Industrielle klagt. Vor Gericht erweist sich bald, dass die Vorwürfe keinerlei Substanz haben. Doch der Reichsratsabgeordnete funktioniert die Gerichtsverhandlung in eine Wahlkampfveranstaltung um, in der er unter dem Jubel seiner Anhänger ein geheimbündlerisches Komplott der Juden heraufbeschwört. Vieles, was in diesem Gerichtsverfahren behauptet wird, hört sich erschreckend vertraut an. In Begriffen wie »Weltjudentum«, »Finanzjudentum« und Chiffren wie »Ostküste« spukt dieses Gedankengut noch immer in den Köpfen viel zu vieler Leute herum. Offenbar konnte nicht einmal der Holocaust dem Irrsinn von der »jüdischen Weltverschwörung« ein Ende bereiten.“ (Quelle: Edition Splitter)

Im Gespräch mit Daniela Fürst erzählt der Autor nicht nur von der Entstehung des Buches, den zugrundeliegenden wahren Begebenheiten und seinen Beweggründe, sondern verweist deutlich auf die Aktualität der Geschehnisse was unsere Politik und Gesellschaft betrifft.

Lesung von Marius Gabriel. Die Novelle ist in der Edition Splitter erschienen. 

Eine Chronologie der literarischen Begegnungen

Mittwoch:
Es begann in der Dürre der Medienlandschaft. Endlich süßer Tannenduft mit Todesfolge, doch Talmi, das Los traf uns tief ins Napalmherz. Jedoch im Blaumann lassen sich Andere Sorgen für die Dauer der Scham besser aushalten, so brüllten wir jedenfalls ins Bobophon. Dann doch Die Welt unter meinen Zehen.

Donnerstag:
Die Geschichte des Körpers nach Art von Reading Luxembourg Nico und Nora gelesen, verstärkten unsere Sehnsucht Meer. Und die Heißzeit 51 im Zweistromland ließ die Frage aufkommen: Sind Sie eigentlich fit genug? Oder doch nur Niemandskinder

Freitag:
Im Hippocampus ploppte der Gedanke auf: Wir sind Nicht wie ihr! Auf dem Sanierungsgebiete tummelten sich die Helden, Heldin, Superhelden zur Rettung der blutigen Schundromane. Doch Schon bald wollten wir wissen Wie Baptiste starb, Ergebins: Reset!

Samstag:
Die Kosovarischen Korrekturen in den Dichtungen über Wölfinnen ließ uns die Frage stellen: Wer redet von der Reinheit? Doch zurück in Mezopotamya in der Finsternis des Carnevals kam es zur bayrischen Revolution. Obwohl Grünauge sieht dich!

Sonntag:
Die Entscheidung, die Bilder als Brücke zur Sprache zu nehmen, führte dazu, dass die Stimmen der Amsel die Übermacht im Netz bekam, doch in Herrschaftsfreien Institutionen gilt: Statt eines Menschen Freundlichkeit braucht es Weilling Land und Leute um den Geschmack Europas zu verstehen.