Isabella Breier: Mir kommt die Hand der Stunde auf meiner Brust so gelegen, dass ich im Lauf der Dinge beinah mein Herz verwechsle.

Ein Lyrikband in 12 Kapitel mit Illustrationen von Hannah Medea Breier, erschienen in der Edition fabrik.transit.

Isabella Breier im Gespräch mit Daniela Fürst über die Entstehungsgeschichte ihres 2019 erschienen Lyrikband, der unterschiedliche Gedichte aus mehreren Arbeitsjahren umfasst. Neben den Aspekten, die bei der Sortierung der Gedichte in die 12 Kapitel zum Tragen kamen, und der Rolle der Bilder, die ihr Tochter Hannah Medea Breier für die Kapitel geschaffen hat, erzählt Sie auch von den Entstehungsprozessen selbst, der Unmittelbarkeit und Dringlichkeit mancher Gedanken und den Überraschungen, die einige Gedichte auch ihr als Autorin im Nachhinein bereiten.

Otto Hans Ressler: Die Verleumdung

Eine Novelle mit einem Vorwort von Oliver Rathkolb.

Ende des 19. Jahrhunderts wird ein jüdischer Industrieller von einem deutschnationalen Reichsratsabgeordneten beschuldigt, dem Heer unbrauchbar gemachte Gewehr-Schlösser zu liefern. Ziel dieser hochverräterischen Sabotage sei es, die k. u. k. Armee so zu schwächen, dass von Österreich-Ungarn aus die »jüdische Weltherrschaft« errichtet werden könne. Der Industrielle klagt. Vor Gericht erweist sich bald, dass die Vorwürfe keinerlei Substanz haben. Doch der Reichsratsabgeordnete funktioniert die Gerichtsverhandlung in eine Wahlkampfveranstaltung um, in der er unter dem Jubel seiner Anhänger ein geheimbündlerisches Komplott der Juden heraufbeschwört. Vieles, was in diesem Gerichtsverfahren behauptet wird, hört sich erschreckend vertraut an. In Begriffen wie »Weltjudentum«, »Finanzjudentum« und Chiffren wie »Ostküste« spukt dieses Gedankengut noch immer in den Köpfen viel zu vieler Leute herum. Offenbar konnte nicht einmal der Holocaust dem Irrsinn von der »jüdischen Weltverschwörung« ein Ende bereiten.“ (Quelle: Edition Splitter)

Im Gespräch mit Daniela Fürst erzählt der Autor nicht nur von der Entstehung des Buches, den zugrundeliegenden wahren Begebenheiten und seinen Beweggründe, sondern verweist deutlich auf die Aktualität der Geschehnisse was unsere Politik und Gesellschaft betrifft.

Lesung von Marius Gabriel. Die Novelle ist in der Edition Splitter erschienen. 

Eine Chronologie der literarischen Begegnungen

Mittwoch:
Es begann in der Dürre der Medienlandschaft. Endlich süßer Tannenduft mit Todesfolge, doch Talmi, das Los traf uns tief ins Napalmherz. Jedoch im Blaumann lassen sich Andere Sorgen für die Dauer der Scham besser aushalten, so brüllten wir jedenfalls ins Bobophon. Dann doch Die Welt unter meinen Zehen.

Donnerstag:
Die Geschichte des Körpers nach Art von Reading Luxembourg Nico und Nora gelesen, verstärkten unsere Sehnsucht Meer. Und die Heißzeit 51 im Zweistromland ließ die Frage aufkommen: Sind Sie eigentlich fit genug? Oder doch nur Niemandskinder

Freitag:
Im Hippocampus ploppte der Gedanke auf: Wir sind Nicht wie ihr! Auf dem Sanierungsgebiete tummelten sich die Helden, Heldin, Superhelden zur Rettung der blutigen Schundromane. Doch Schon bald wollten wir wissen Wie Baptiste starb, Ergebins: Reset!

Samstag:
Die Kosovarischen Korrekturen in den Dichtungen über Wölfinnen ließ uns die Frage stellen: Wer redet von der Reinheit? Doch zurück in Mezopotamya in der Finsternis des Carnevals kam es zur bayrischen Revolution. Obwohl Grünauge sieht dich!

Sonntag:
Die Entscheidung, die Bilder als Brücke zur Sprache zu nehmen, führte dazu, dass die Stimmen der Amsel die Übermacht im Netz bekam, doch in Herrschaftsfreien Institutionen gilt: Statt eines Menschen Freundlichkeit braucht es Weilling Land und Leute um den Geschmack Europas zu verstehen.

Streifzug

Unsere heutige Sendungen sind schon im Archiv zum Nachhören, Zeit mal einen Streifzug weg von der literadio-Bühne zu machen.

Ein Thema der heurigen Buchmesse ist die Erweiterung des Erzählens. Bewegte Bilder und virtuelle Realität bekommen mehr Raum. Auch Audio-Produkte wie Hörbücher oder Podcasts bekamen einen eigenen Bereich.

Der Samstag ist traditionell der besucherreichste Tag der Frankfurter Buchmesse, kein Wunder, die Cosplayer sind wieder da!

Der Traum in uns – Eindrücke vom Norwegen-Pavillion


Die minimalistische Präsentation des diesjährigen Gastlandes Norwegen finde ich sehr ansprechend. Große schwarz-weiß Bilder eines norwegischen Waldes sind an der Hinterwand des riesigen Raumes zu sehen, auf tischartigen Objekten mit stangenförmigen Aufbauten, die Segelboote, Rentiere oder sogar Landschaften darstellen sollen, liegen Bücher zum Schmökern, nicht zu dicht und dadurch sehr einladend. Besonders gefallen hat mir das Geruchsrätsel des norwegischen Autors Erling Kagge und einer Geruchsforscherin.

Höhepunkt sind die beiden verspiegelten Außenwände, die leicht ins Vibrieren geraten, und dadurch einer großen, leicht bewegten Wasseroberfläche gleichend den Raum ins Unendliche vergrößern.