jeder tag ist ein gedicht # 8: Clemens Böckmann – Springer Innen

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht.
29.3.2020 – Clemens Böckmann – Springer Innen

Bei dem Band handelt es sich um eine Sammlung von Vierzeilern, knapp 90 an der Zahl, die sich mit dem Leben einer jungen Skispringerin auseinandersetzen. Der Band ist im Moment noch nicht offiziell erschienen, wird aber im Sommer/Herbst publiziert. Sollte es Interesse daran geben können sich die Leute gerne direkt an mich (clemens-b@gmx.de) wenden .
Gerne kann auf die Buchhandlung drift in Leipzig verwiesen werden oder auf hochroth (Leipzig). Weitere Bücher von mir können bei mir auf Nachfrage bezogen werden – es gibt auch Kleinstauflagen, die nicht offiziell in den Handel kommen, trotzdem vielleicht der einen/dem eine Freude bereiten.

Springer

Innen

Atras la primera linea

als landete ich das als Sprung

sicherer auf Zahlen

rollte ich vorher,

blutjung

 

ich sprang von Bergen, Stufen, Kanten, Wellen

Rinnen, Gabeln, Ringen,

konnte gerade stehen

als ich Fliegen sollte

 

du musst noch einmal springen, sagt mir der Trainer

und weil es ohnehin nur diesen gibt

und weil ich her zu Fuß gekommen bin

setz ich mit meiner Weite nur die Anderen unter Druck

 

Im Helm sammeln sich Haare

an meinen Fü.en Schuhe

im Schrank das Papier

und versuch weiter zu Springen

 

in den Wetten zwischen Zweien

die wir sind

fange ich

an mich zu zählen

 

Mit zwölf sah ich noch Schlierenzauber,

im TV nur Blumen kriegen,

auf dem anderen Kanal lief

Lindsey Van sich warm.

jeder tag ist ein gedicht #7: Franziska Füchsl – rätsel in großer schrift

cover: edition mosaik

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht.

28.3.2020

Franziska Füchsl lebt in Wien und Kiel. Studium der Deutschen Philologie und Anglistik in Wien und Sprache und Gestalt in Kiel. Teilnehmerin am Lehrgang FORUM Text 2018-2020 von Drama Forum/uniT. 2018 erschien das Debut »rätsel in großer schrift« bei edition mosaik in Salzburg. Im März 2020 ist das Prosadebut »Tagwan« im Ritter Verlag erschienen.

 

Links:

https://www.mosaikzeitschrift.at/produkt/franziska-fuechsl-raetsel-in-grosser-schrift/

»rätsel in großer schrift« kann hier bestellt werden:
https://www.liberladen.org/product/franziska-fuechsl-raetsel-in-grosser-schrift/

Zwei Rezensionen dazu hier:
https://derhotlistblog.net/2019/02/04/franziska-fuechsl-raetsel-in-grosser-schrift/
https://www.signaturen-magazin.de/franziska-fuechsl–raetsel-in-groszer-schrift.html

Jetzt gerade ist im Ritter Verlag mein Prosadebut »Tagwan« erschienen:
https://www.ritterbooks.com/index.php?id=15&tx_ttnews%5Btt_news%5D=521&cHash=604ddb01eb40467b786c930d50e182a6

»Tagwan« kann hier bestellt werden:
https://eichendorff21.de/buch/9783854156055/?q=Tagwan

jeder tag ist ein gedicht #6: Sigrid Beckenbauer – Über das Recht der Freifrauen

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht.

27.3.2020 – Sigrid Beckenbauer

Foto:S.Beckenbauer

Über das Recht der Freifrauen

Mein Recht zu gehen, wie ich gehen will,

Mein Recht zu stehen, wie ich stehen will,

Mein Recht zu leben wie ich leben will…

Mein Recht zu lieben, wie ich lieben will….

Mein Recht Fisch zu essen, auch um 3 Uhr früh…

Mein Recht zu geben, wann ich geben will.

Mein Liebe, meine Freiheit, meine Willenskraft

Meine Stimme, meine Atmung und mein Lebenssaft

Meine Kraft und meine Stärke und mein 5. Sinn.

Das alles will ich teilen, das alles will gesehen

Das alles will sich schaffen, mit dem Schöpfersinn

Das alles will sich zeigen, ganz neu in mir…

Das alles will jetzt wachsen, ganz leis in mir…

Das alles will jetzt heilen, ganz tief in mir…

Das alles darf sich zeigen, wann immer es will!

Bin geboren, um zu wachsen, um zu schmelzen, um zu tun

Bin geboren, um zu wissen, um zu führen, um zu ruhen.

Meine Größe ist verschwunden, niemand kann sie jetzt sehen,

meine Größe ist versunken in tiefer Tauchstation…

Mein Herz ist noch ganz klein, und möchte getragen sein

Mein Schmerz ist voll von Weisheit und von altem Sein

Mein Bauch ist voller Wunder, kann gebären, kann verstehen…

Mein Sein ist tief im Wachsen, mein Sein ist hoch im Stehen,

mein Sein ist unbegreiflich…voller Wunder, voller Gehen!

Mein Verschwinden in der Welt ist voll von Altem,

doch es zeigt sich schon das Neue

Will leben, will heilen, will tanzen, will lachen, will singen, will frei sein

Will fühlen, will spüren, will berühren, will weinen, allein und auch gemeinsam!

Will teilen, will feiern, will die Füße weich im warmen Moos

Will die Hände in die Höhe strecken, gegen Himmel gegen Blau

Will spüren wieder das echte Leben, voll von Wundern, voll von Fülle

Im Austausch mit dem Dasein, im Austausch mit den andren…

Menschen brauchen Menschen,

Dasein braucht Vielfalt!

Dasein braucht Geduld!

Dasein braucht Würde, Dasein braucht Form!

Gestaltet sich neu im Frühling die Form, gestaltet sich neu im Frühling der Geist!

Gestaltet sich neu die Verbindung ins Unendliche,

gestaltet sich neu die Verbindung ins eigene Königreich!

Weitere Informationen zur Autorin auf ihrer Webseite: https://sigridfrancesca.wordpress.com

Hörbar auf Orange 94.0 : Märchen Potpourri

jeder tag ist ein gedicht #5: Gerhard Ruiss – Immer am besten gleich erschossen

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht.

26.3.2020 – Gerhard Ruiss: Immer am besten gleich erschossen
FFBM_20191015_172006 veröffentlichte Gerhard Ruiss die “Kanzlergedichte” in der Edition Aramo.

Hier zu hören: Ausschnitt aus einer Aufnahme auf der Frankfurter Buchmesse 2006. Das Gespräch ist in voller Länge in unserem Archiv nachhörbar.

Simone Hirth: Das Loch

Lieber Frosch! Lieber Jesus! Liebe Madonna! So beginnen die Briefe einer Mutter, die zu schreiben versucht, aber kaum noch dazu kommt. Seit sie ein Kind hat, fühlt sie sich isoliert und in alten Rollenmustern gefangen. Sie hat viele Fragen: nicht nur zum Muttersein und zur Ehe, sondern zur Welt und zu den Dingen, wie sie sind. Hat sich Jesus schon mal Gedanken übers Kinderkriegen gemacht? Und wie verbringt eigentlich Mohamed den Weltfrauentag? Sie schreibt Briefe an Schneewittchen, an Ulrike Meinhof, an ihren Schwiegervater und Sohn. Je mehr Briefe sie schreibt, desto wütender wird sie: auf die ungerechte Rollenverteilung, auf die Religion und Politik.

Simone Hirth gelingt es in ihrem neuen Roman, tief in die festgefahrenen Strukturen unserer Gesellschaft einzudringen. Dabei überzeugt sie einmal mehr mit ihrem ganz eigenen und neugierigen Blick auf die Welt und schafft den Spagat zwischen Wut und Optimismus. Die Dinge müssen eben nicht so bleiben, wie sie sind.“ (Quelle: Kremayr & Scheriau)

Die Autorin im Gespräch mit Daniela Fürst über die Entstehungsgeschichte des Buches, aber auch die Frage, was aktuell Muttersein für Frauen bedeutet und welche Auswirkungen es auf deren Rolle und Stellenwert in der Gesellschaft hat. Ihr dritter Roman ist im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen.

Gunther Neumann: Über allem und nichts

Intensiv und atemlos erzählt Neumann von den Höhenflügen und Abgründen einer außergewöhnlichen Frau auf der Suche nach sich selbst.

Immer schon war Clara fasziniert vom Fliegen. Oder doch nur auf der Flucht? Nun scheint ihr Ziel erreicht: Als Pilotin einer Billig-Airline behauptet sie sich in einer rücksichtslosen Männerwelt, zwischen Bangkok und Berlin, Colombo und Cancun, Mombasa und Madrid hat sie sich den Himmel erobert. Sie vermag eine Boeing 777 durch die heftigsten Turbulenzen zu steuern, doch ihr eigenes Leben entgleitet ihr zusehends. Zerrissen zwischen zwei Männern, heimgesucht von Erinnerungen an frühen Missbrauch, bewegt sie sich rastlos durch anonyme Flughäfen und fremde Metropolen. Erst ein Rückzug auf die tropische, vom Bürgerkrieg verwundete Insel Sri Lanka ermöglicht ihr, sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen.“ (Quelle: Residenz Verlag)

Der Autor im Gespräch mit Daniela Fürst über das Fliegen als Metapher nicht nur für das Leben seiner Protagonistin, sondern dem von uns allen. Neumanns erster Roman ist im Residenz Verlag erschienen.

Mehr zu Gunther Neumann: www.gunther-neumann.com