jeder tag ist ein gedicht #44: Martin Winter – Viruslage

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht. Dies ist vorerst der letzte Beitrag der Reihe.

4.5.2020 – Martin Winter : Viruslage

Foto: (CC) 2018
BY-NC-SA V4.0 Regina Leibetseder-Löw

Der Beitrag hat 2 Teile. Der erste Teil bringt 5 Gedichte auf Deutsch, Chinesisch, Englisch, die sich mit der Viruslage beschäftigen. Zuletzt gibt es noch ein Gedicht zum Thema der Reihe “A poem per day” .

WIRKLICHKEIT

In Wirklichkeit ist es immer wie jetzt.
Halt nicht auf einmal,
doch in der Schwebe,
ein bisschen versetzt.
In Wirklichkeit ist
dein Leben nicht fest,
sicher ist gar nichts,
egal was wer sagt.
In Wirklichkeit bist du Tanz und Musik.
Wir sind was sich dreht
oder steht
und jemanden sucht
solang es noch geht.

MW 1. April 2020

 

《疫情》

其实一直都这样,
只不是一块儿,
比现在还悬,
对很多人
生活没把握
其实无论谁怎么说
现在真实一点
其实你是舞蹈
旋旋的音乐
停还找人
如果行
MW 2020.4.18

CORONA

Actually it’s always like this
for many people.
You live from one day to the next.
Only now it’s a big deal
for the whole world
for a while.
MW April 1st, 2020

疫情

其实生活一直就这样
对很多人,所有的现象。
要躲起来,
要避免警察。
要依赖邻居,
要怕一些邻居。
每天每一刻都可能被传染,
要互相照顾。
2020.4.1

 CORONA 2

Actually it’s always like this
for many people.
You live from one day to the next.
You have to stay in or avoid the police.
You need your neighbors, but you are afraid.

You could get infected
any day any hour,
and you need each other.

Actually life isn’t fixed,
nothing’s secure,
whatever they say.

Actually you’re at a dance.
Turning, turning and then
slowing down.

Standing, maybe
looking for someone,
if it still works.
MW April 2020

1 POEM/DAY
One poem per day
takes nothing away,
I want to say.

But everything takes time,
every drug,
every mask,
every care.

So one poem per day
could take away
whatever else you would have had.

But then you could
hear it again,
whatever you do,

if it was good.
MW March 2020

Gedichte von Martin Winter können über den Verlag Fabrik.Transit (https://www.fabriktransit.net/) bezogen werden.

jeder tag ist ein gedicht #43: Harald Riederer – Kind

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht.

Folge 43: 3.5.2020 – Harald Riederer: Kind

Text und Musik: HaRi

Porträt Autor

Foto: privat

harald riederer ist 1963 in wien-penzing geboren, aufgewachsen und alt geworden. er ist sonderschullehrer, kindertheaterautor, liedermacher und -spieler, reisender, rückkehrer und zuhörer. manches nicht immer so wie er will, nicht alles für geld, aber alles leidenschaftlich.

 

jeder tag ist ein gedicht #42: Raoul Eisele

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht.
Folge 42: 2.5.2020 – Raoul Eisele – diamant noir II

Portrait

Foto: Webseite www.fixpoetry.com

Raoul Eisele, geb. 1991, wohnhaft in Wien. Studierte Germanistik und Komparatistik.Zuletzt erschien sein Lyrikband „morgen glätten wir träume“ (Edition Yara, 2017).Weitere Veröffentlichungen in Anthologien sowie Literaturmagazinen finden sich u.a. in Rampe, Prolog, Ostragehege, Zwischenwelt, Wo warn wir, ach ja: Junge österreichische Gegenwartslyrik, Jahrbuch der Lyrik 2020, Junge Literatur Burgenland.

2019 wurde er neben dem Lyrikpreis der Energie Burgenland (1. Platz) auch mit dem Lyrikpreis der Lecher Literaturtage (2. Platz) sowie dem nordhessischen Autorenpreis  (3. Platz) ausgezeichnet.

jeder tag ist ein gedicht #41: Patricia Brooks – Grand Hotel

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht.

Folge 41: 1.5.2020 – Particia Brooks – Grand Hotel

Das Gedicht „Grand Hotel” stammt aus dem Band „Bukarest Bistro“, der gerade im Entstehen ist.

Porträt der Autorin

Foto: Webseite Patricia Brooks

Mehr zur Autorin: http://patricia-brooks.marp.at

 

 

jeder tag ist ein gedicht #40: Wolfgang Kühn – Wauns amoi so aufangt

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht.

Folge 40: Do 30.4.2020 – Wolfgang Kühn: wauns amoi so aufangt

“wauns amoi so aufaungt” ist ein Text aus der Feder von Wolfgang Kühn, der von der Sängerin und Pianistin Irmie Vesselsky vertont wurde und sich auf der gleichnamigen CD von VESSELSKY // KÜHN (www.küve.com) wiederfindet.

 

Porträt Wolfgnag Kühn

Foto: Eva Kern

Wolfgang Kühn
Geboren 1965 in Baden, lebt in Zöbing / Langenlois. 1992 DUM – Das Ultimative Magazin (
www.dum.at) mitbegründet, ebenso wie 1999 das Int. Kulturenfestival „Literatur & Wein“. Mitbegründer und seit Anbeginn (2007) künstlerischer Leiter der SEPTEMBERLESE in Langenlois.

Seit Mai 2017 freiberuflicher Autor und Musiker. Hans Weigel Literaturstipendium 2018 / 2019.

Zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, zuletzt 2019 in „Krems & Stein. Verborgene Schätze einer Stadt“ (mit Beiträgen u. a. von Wolfgang Kühn, Robert Streibel und Cornelia Travnicek / Brandstätter Verlag).

2006 erschien in der Edition VAbENE der Mundart-Lyrikband „Des Wetta wiad betta“, 2010 im Steinverlag der Band „in meina wöd“, 2011 das Hörbuch „aus meina wöd“ und 2014 der Band „wos si a viech so denkt“. Jüngste Publikation: „fostviecha“ (gemeinsam mit Andreas Nastl), Stoahoat Verlag 2015. Im Herbst 2019 erschien ebendort „ana hot imma des bummerl“.

Herausgeber plus Vorwort der Anthologien „Mein Waldviertel“ (2014), „Mein Mostviertel“ (2015), „Mein Weinviertel“ (2016), „Mein Industrieviertel“ (2017), „Meine Donau“ (2018) und „Auftauchen – Neue Literatur aus Niederösterreich“ (2019), alle Literaturedition NÖ.

Seit 2002 erfolgreich unterwegs mit dem Projekt „Zur Wachauerin“ und den CDs „Kalmuk“ (2003), „Live @ Glatt & Verkehrt“ (2006), „in meina wöd“ (2010) und „ka gmahde wiesn“ (2016). www.zurwachauerin.at

Im Dezember 2016 wurde „Zur Wachauerin“ mit dem kleinen Scharfrichterbeil (3. Platz), einem der renommiertesten Kabarettpreise im deutschsprachigen Raum in Passau ausgezeichnet.

Ende 2016 erschien die Debüt-CD „wauns amoi so aufaungt“ (Donauwalzer Records) des Duos VESSELSKY // KÜHN, eine Zusammenarbeit mit der Songwriterin Irmie Vesselsky. Im April 2019 folgte die zweite CD mit dem Titel „wia waun“. (www.küve.com).
Für 2020 wurden VESSELSKY // KÜHN für die Förderschiene musik aktuell des Landes NÖ ausgewählt (Kurator Paul Gulda).

 

jeder tag ist ein gedicht #39: Christian Futscher

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht.

Folge 39: Christian Futscher – Das Pfeifen der Gräser


Die Gedichte stammen aus Christian Futschers jüngst bei Czernin
erschienenem Band ‘Das Pfeifen der Gräser’.

Buchcover

Foto: Czernin

Christian Futscher kam Mitte der 1980er Jahre zum Zweck des Germanistikstudiums aus Vorarlberg nach Wien, wo er auch sprachlich
verblüffend rasch heimisch wurde. Infolge langjähriger Tätigkeit im Gastgewerbe geeichter Menschenkenner und darob zum Lyriker geworden.

Mutig lässt Futscher Misslingen nicht nur zu sondern fordert es ganz bewusst heraus. Scheitern als (und am) Stilmittel ist gleichzeitig zentrales Themenfeld, das er spielerisch beackert. Dabei sind seine kurzen Texte von schier grenzenloser Selbstironie getragen, oder besser: zum Schweben gebracht. Bei aller Verspieltheit ist Futscher selten selten so harmlos, wie er sich gerne gibt. Gerade im scheinbar fröhlichsten Geblödel lauern oft die tiefsten Abgründe. Bei allem Witz auch ein Poet der Traurigkeit, Buster Keaton darin nicht unverwandt.