Otto Tremetzberger: Die Unsichtbaren

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Foto: Limbus Verlag

Für die Sendereihe “Literadio on air” führte Gabriele Kohlgruber ein Gespräch mit dem Autor Otto Tremetzberger über sein Buch “Die Unsichtbaren” (Limbus Verlag).

„Ein Ich führt ein ganz gewöhnliches Leben, Beziehung, Büro, Freunde und Bekannte, man isst Paella mit Kaninchen, man feiert den Geburtstag eines Kollegen. Und doch scheint das Leben nicht echt, nicht wahr.
Menschen sehen aus wie Schauspieler, bewegen sich wie in Rollen, man kippt in Musikvideos, alle reden und reden und der Erzähler sieht nur die sich bewegenden Lippen, als sähe nur er die Wirklichkeit hinter den Fassaden. Etwas in seiner Wahrnehmung – oder überhaupt – stimmt hier nicht.
Da liegt eine Notiz auf seinem Schreibtisch: Du sollst K. anrufen! K., ein alter Freund, ist im Krankenhaus. Der Erzähler bricht auf, besucht den Freund in seiner Kindheitsstadt – die Zweifel lassen sich nicht mehr beiseitewischen: Was ist wahr und wichtig? Ist überhaupt etwas wichtig? Ein trübender Nebel liegt über allem, der immer weiter Rätsel freigibt, wenn er sich lüftet: Die Wirklichkeit könnte genauso gut eine Fototapete sein, deren Details man erkennen würde, käme man nur etwas näher heran …“ (Verlagswebseite)

 

Litonair 11-16: Wu Ming – ALTAI

Cover._altaiVenedig 1569. Eine gewaltige Detonation erschüttert die Nacht, der Himmel lastet rot auf der Lagune. Das Arsenal, die Werft der Serenissima, steht in Flammen, die Jagd auf die Schuldigen wird eröffnet. Manuel Cardoso, ein konvertierter Jude, wird zu Unrecht verdächtigt und dient als Sündenbock. Durch Flucht kann er sich dem Zugriff entziehen und gelangt über Ragusa und Thessaloniki nach Istanbul.

Hier, im Zentrum des Osmanischen Reiches, lernt er Joseph Nasi kennen, Spross einer sephardischen Bankiersfamilie und herausragende Persönlichkeit der Renaissance. Nasis Familie wurde aus Spanien und Portugal vertrieben, ließ sich in Antwerpen und später Venedig nieder, ohne den Nachstellungen der Inquisition entgehen zu können. Vor dem Hintergrund einer kollektiven Verfolgung organisierte sie ein gigantisches Fluchthilfenetzwerk, um die verfolgten Juden in Sicherheit zu bringen. Am Bosporus erlangt Joseph Nasi die Gunst des Sultans und träumt von einer Heimstätte der Verfolgten.

Der Roman »Q« endet im Jahr 1555, »Altai« nimmt den Faden der Geschichte 15 Jahre später wieder auf. Das Osmanische Reich führt Krieg gegen Venedig und erobert die Insel Zypern, erlebt aber in der Seeschlacht von Lepanto eine vernichtende Niederlage. Die Handlung des Buches führt uns in die Geschichte einer Auseinandersetzung von historischer Dimension.

»Altai« ist ein Roman über Macht, Verfolgung, religiöse Toleranz und das Verhältnis von Mitteln und Zwecken.

Klaus Peter Arnold hat nach »54« mit »Altai« nun sein zweites Buch des Autorenkollektivs Wu Ming aus dem italienischen übersetzt. Der Übersetzer im Gespräch mit Daniela Fürst.

So wie »Q« und »54« ist »Altai« auf Deutsch in der Assoziation A erschienen.

Tatort: Gemeindebau

Buch-Cover

Foto: Falter Verlag

Am 13.9.2016 wurde im Waschsalon des Karl Marxhofes in Wien der soeben im Falter Verlag erschienene Krimi-Sammelband “Tatort: Gemeindebau” vorgestellt. Edith Kneifl, Herausgeberin und auch Autorin, präsentierte Kurzlesungen von 11 der insgesamt 13 AutorInnen (2 waren kurzfristig erkrankt).

AutorInnen: Reinhardt Badegruber, Eva Holzmair, Reinhard Kleindl, Edith Kneifl, Beatrix Kramlovsky, Lisa Lercher, Andreas P. Pittler, Manfred Rebhandl, Erwin Riess, Thomas Schrems, Sylvia Treudl, Günther Zäuner, Franz Zeller

In einer sehr launigen und abwechslungsreichen Art wurden die Krimis, die alle in Wiener Gemeindebauten spielen vorgelesen. Aber hören Sie selbst. literadio war dabei:

litonair 7-16 – Christl Greller: stadtseelenland

Die Autorin Christl Greller im Gespräch über ihren im Resistenzverlag 2016 erschienen Gedichtband “stadtseelenland”.

Greller archiviert mit poetischen Bildern Gefühle aus ihrem Alltag, die bei den LeserInnen Stimmungsechos und Nachdenklichkeit auslösen können.

Redaktion: Christian Berger

Bernhard Cella – NO ISBN on self-publishin

NO-ISBN CoverSchon 2007 machte sich der Wiener Künstler Bernhard Cella Gedanken zum Medium Buch, das – so wie er fand – in der Kunstwelt bloß ein Randdasein fristete und das zu unrecht. Sein Sammeln begann schließlich 2009 nach einem Amerikaaufenthalt, während dem er, mittels einer Poster-Performance dazu aufrief, ihm Publikationen ohne ISBN-Nummer in den Salon nach Wien zu schicken. Dieses Material stellte für Cella den Grundstock seiner Sammlung dar, die seitdem kontinuierlich anwächst und mit der er sich laufend – unter anderem in seinem Salon für Kunstbuch – künstlerisch auseinandersetzt.

Nun ist eine Publikation erschienen: NO ISBN on  self-publishing, herausgegeben von Bernhard Cella, Leo Findeisen und Agnes Blaha. Diese stellt eine Art Zwischenstand seines Kunstprojektes dar. Berhard Cella dazu im Interview mit Daniela Fürst.

Das Buch ist im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienen.