Krimis im Wieser Verlag

Gespräch mit dem Verleger Lojze Wieser über die Kriminalromane im Verlag. Insbesondere werden die 2018 erschienen Kriminalromane von Meta Osredkar „Mörderische Idylle“ (spielt in Slowenien) und Silvija Hinzmann „Die dunkle Seite der Bucht“ (spielt in Istrien) besprochen.

Gast: Lojze Wieser (Verleger)
Interviewer: Christian Berger (literadio)

Evelyn Steinthaler: „Mag’s im Himmel sein, mag’s beim Teufel sein“

Foto: Verlag Kremayr & Scheriau

Evelyn Steinthaler im Gespräch mit Daniela Fürst für unsere Sendereihe literadio on air (Ausgabe 12-18):
„Mag’s im Himmel sein, mag’s beim Teufel sein“ ist im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen.

Stars und die Liebe unter dem Hakenkreuz.

Als 1935 die Nürnberger Rassengesetze in Kraft traten, wurde das Leben für interkonfessionelle Paare noch schwieriger und gefährlicher. Evelyn Steinthaler hat sich dem Thema über die Beziehung vier prominenter Paare genähert und illustriert so wie unterschiedlich der Umgang mit dem öffentlichen Druck war.

Wir treffen Heinz Rühmann und Hertha Feiler, Joachim Gottschalk und Meta Wolff, Kurt Weill und Lotte Lenya sowie Hansi Burg, die in wilder Ehe mit dem Superstar des deutschen Kinos, Hans Albers, zusammenlebte – und viele ihrer Weggefährten.

Was geschah also mit der Liebe in der Zeit des braunen Terrors? Welchen Schikanen waren Paare in Nazideutschland ausgesetzt, die – wie es in der NS-Diktion hieß – „gemischtrassig“ verheiratet oder liiert waren und die im Rampenlicht standen? Wie erging es jenen Stars, die die Bevölkerung in Propagandafilmen dem NS-Regime konform unterhielten, vom Kriegsalltag ablenkten und gleichzeitig um ihre Liebe kämpften oder diese um der Karriere willen aufgaben?

Nachlese Frankfurter Buchmesse 2018

Die Frankfurter Buchmesse 2018 ist gelaufen. Literatur ist politisch. Menschen, die Bücher lesen auch. Daher gab es zwischenzeitlich immer wieder Interventionen und Aktionen. So wie der Foto-Flashmob auf der literadio-Bühne, wo zahlreiche VerlegerInnen und AutorInnen den Aufruf #FreeMaxZirngast unterstützen. Max Zirngast ist einer jener AutorInnen, die derzeit unter der Androhung hoher Gefängnisstrafen aufgrund des Vorwurfes des staatsfeindlichen Terrorismus in der Türkei in Untersuchungshaft sitzen. Max ist zufällig aus Österreich und lebt und studiert seit längerem in der Türkei.

Wir haben 38 Sendungen und 1 externe Aufzeichnung produziert, die nun gerne auch aus unserem Archiv in der CBA abgerufen werden können. Ihr findet die Beiträge gesammelt auf unserer Webseite unter NACHHÖREN . Mit Klick auf den Kopfhörer mann mensch die Sendung hören. Mit Klick auf den Titel gelangt mensch direkt zum archivierten Beitrag inkl. Download und embedcode.

Das Programm der 38 Sendungen wurde von literadio organsiert und abgewickelt. Bei der einen Aufzeichnung handelt es sich um eine Diskussionsveranstaltung der Initiative #verlagegegenrechts über den “Kulturkampf”. Die Netzwerkarbeit der Initiative trägt auch dazu bei, dass es den rechten Verlagen auf der heurigen Buchmesse nicht gelungen ist, nennenswerte Aktivitäten zu setzen.

Auf unserer Webseite gibt aber auch einiges zum Nachlesen (begleitende Blogbeiträge) und Nachschauen (Fotogalerie).

literadio gibt es seit dem Jahr 2000.Unser Archiv ist zwischenzeitlich mit über 2000 Beiträgen das wohl umfangreichste Hörarchiv zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.

#Verlagegegenrechts auf der Frankfurter Buchmesse

Die Initiative #verlagegegenrechts  ist auch auf der Frankfurter Buchmesse präsent und hat mit einem neuen Statement und Aufruf zur Positionierung gerufen:

Dem Rechtsruck entschlossen entgegentreten – in Frankfurt und überall

Als sich die Kampagne „Verlage gegen rechts“ gründete, war das der längst überfällige Versuch, die Präsenz rechter und rechtsradikaler Verlage auf den Buchmessen institutionell zu skandalisieren. Mit guter Medienresonanz und einer Fülle stark besuchter Veranstaltungen gelang ein Programm, das die Unangemessenheit der lautstarken Auftritte von rechts zeigte und sachliche Diskussion mit eigenen Inhalten dagegenstellte. Trotz dieses Erfolgs lautet unsere Bilanz: Das reicht uns nicht!

In Deutschland wie europa- und weltweit erleben wir zunehmend beängstigende Ressentiments und menschenfeindlichen Rassismus. In dieser Situation ist es uns unbegreiflich, dass sich so viele, die in unserer Buchbranche arbeiten, weiterhin nicht positionieren, geschweige denn engagieren.

Sich gezielt unpolitisch zu geben oder nach rechts unabgegrenzte Programmarbeit zu machen stärkt diejenigen, die eine tolerante und demokratische Weltanschauung attackieren und unterminieren. Die deutsche Verlagslandschaft hat sich jahrzehntelang kritisch mit dem Nationalsozialismus, seinen Ursachen und Folgen auseinandergesetzt. Umso unerklärlicher, dass die Gefahr neuer faschistischer Tendenzen unterschätzt wird. Während tausende Menschen im Mittelmeer in den Tod getrieben werden und uns täglich „die Fähigkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit“ (Rosa Luxemburg) vor Augen geführt wird, kommt das Humane, was Literatur ausmacht, zu kurz.
Verlagsarbeit heißt in unseren Augen, die Welt zwischen zwei Buchdeckel zu bringen, die Perspektiven von Menschen aus allen möglichen Ländern zu beleuchten und gerade die Stimmen der Unterdrückten und der Andersdenkenden vernehmbar zu machen. Abschottung ist in einer Branche, in der jährlich tausende Titel aus anderen Sprachen übersetzt werden, schlechterdings die Antithese.

Während der Kampagne ist uns allzu oft das Wort Meinungsfreiheit entgegengehalten worden wie auch die Forderung, mit rechten Demagog*innen und Aufhetzer*innen zu reden. Doch was geschieht, wenn rechte Hetzparolen eine Bühne bekommen, können wir nun beobachten. Sie halten ihre Position für den Mainstream. Wir glauben weder an „Angst“ als Grund für Hass, noch an „Heimat“ als Grund für Gewalt und Empathielosigkeit. Wir sagen: Analyse ja, Verständnis nein! Wir fordern offene Grenzen in den Köpfen und zwischen den Staaten und Solidarität mit allen Schwächeren auf dieser Welt. Wir wollen, dass alle hier Lebenden sozial und politisch gleichgestellt werden. Es sind genug Mittel für ein würdiges Leben für alle da, sie sind nur falsch verteilt. Statt Geld in Infrastruktur zu investieren, werden Milliardengeschäfte mit Waffen gemacht. Die deutsche Wirtschaft und Politik wird dadurch selbst zum Fluchtverursacher. Das muss ein Ende haben.

Und es kann nicht sein, dass wir nur reagieren: Wir sollten den Diskurs bestimmen, da wir Argumente haben und nicht, wie die Rechten, nur Ressentiment. Wir wünschen uns eine andere Welt und wir wünschen uns, dass alle Verlage ihre Aufgabe darin sehen, ihrer Rolle als geistige Inspiratoren auf dem Weg dorthin gerecht werden!

Das Literadioprogramm startet

Aus dem Lesemodus schalten die RedakteurInnen in den Gesprächsmodus. Das Programm startet. Neben der Liveübertragung in unserem Webradio werden die Beiträge archiviert und sind – sobald diese fertig bearbeitet und mit Metadaten versehen wurden – unter “Nachhören” zu finden.

Im wilden Trubel der größten deutscsprachigen Buchmesse bleiben die literadio Bühne und der Stand der IG Autorinnen Autoren ein Treffpunkt der vorrangig österreichischen Literaturszene.