Robert Foltin: Die Rote Garde in Wien

coverbild In unserer Sendereihe “literadio on air” stellt Barbara Huber im Gespräch mit dem Autor Robert Foltin sein neues Buch “Die rote Garde in Wien” vor.
Im Herbst 1918 zerbricht die Donaumonarchie. Armee und staatliche Institutionen des Reiches zerfallen. Anfang November wird in Wien die Rote Garde gegründet um das Proletariat vor der Reaktion zu schützen. In dieser Situation wird der Reaktionär und Antisemit Hauptmann Otto Reinsfeld umgebracht. Jakob soll der Mörder sein….
„Die Rote Garde in Wien“ ist eine Fortsetzung von „Herbst 1918, ein Anfang“.
Beide Bücher sind im Eigenverlag erschienen.

Text-fetzt! an der PH Wien

text-fetzt-stills-2017-1_kleintext-fetzt-stills-2017-4_kleinAm 6. April 2017 findet der Literaturtag an der Pädagogischen Hochschule Wien statt. Lesungen, ein Projekt- und Infomarkt, Workshops und zuletzt noch der Wiener – Schul-Poetry – Slam erwartet die BesucherInnen.

Mehr Infos unter www.text-fetzt.info

literadio überträgt live von 10-13 Uhr die Lesungen von Christian Futscher, Rudolf Schuppler und Julya Rabinowich.

Zum Nachhören:
Poetry Slam –

Reiner Tiefenbacher/Taner Türker: Bombenstimmung im Hamsterrad

Foto: LaKult/Bernhard Lechner

Aufzeichnung der Veranstaltung von Reiner Tiefenbacher (Text/Vortrag) und Taner Türker (Cello) aus dem Arkadensaal Langenlois vom 17.2.2017.

Veranstalter: LaKult

Warum ist der Glaube an die Reinkarnation gerade für die Lemminge so gefährlich, warum ist das Konzept des Himmlischen Paradieses bei den Christen nicht so ausgereift wie bei den Anhängern des Urknalls? Warum ist die Liebe nur theoretisch weniger gefährlich als die Atombombe? Warum müssen die Hamster jedes Jahr ein bisschen schneller rotieren, warum erkennt man die Bildkunst, wieso wird es immer wärmer und warum wird sich der Abstrakte Expressionismus noch das letzte Marktsegment der Heiligenbilder unter den Nagel reißen? Wie funktioniert Telefonsex, wer hat den Urknall geschaffen und warum herrscht trotzdem so eine Bombenstimmung im Hamsterrad?
Das sind die Fragen, die uns alle umtreiben – die müssen in den zwei Stunden geklärt werden.
Gottseidank ist Taner Türker mit von der Partie. mit Cello und Djembe stellt er von Anfang an die gelassenste musikalische Atmosphäre her, zwischen Leichtigkeit und bitterer Süße, seine Musik ist das Einzige worauf man sich verlassen kann – als Kontrapunkt, als Begleitung, im Solo holt er immer wieder im geeigneten Augenblick das wilde assoziative Querfeldein eines zornigen alten Mannes auf den Boden musikalischer Realität zurück und gibt dem Programm einen Klangrahmen, den es dringend braucht, damit es nicht in ein Chaos zerfällt, das der wirklichen Welt gleichen würde.

25 Jahre Literaturedition Niederösterreich

litnoe2518. November 2016 – Palais Niederösterreich – eine Festveranstaltung anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Literaturedition Niederösterreich.
137 Bücher, 124 Autorinnen und Autoren, 79 Künstlerinnen und Künstler. Das ist die Bilanz einer mittlerweile 25jährigen Geschichte eines ganz besonderen Verlages. Als Teil der Literaturförderung des Bundeslandes Niederösterreich im Jahr 1991 gegründet, hat der Verlag sein ganz spezielles Profil entwickelt und spiegelt die vielfältige und abwechslungsreiche Literaturlandschaft Niederösterreichs wider.
literadio war bei der Festveranstaltung dabei und bringt mittels Ausschnitte in der Sendereihe “lit on air” Einblicke in die Literaturförderung in Niederösterreich.

Litonair 11-16: Wu Ming – ALTAI

Cover._altaiVenedig 1569. Eine gewaltige Detonation erschüttert die Nacht, der Himmel lastet rot auf der Lagune. Das Arsenal, die Werft der Serenissima, steht in Flammen, die Jagd auf die Schuldigen wird eröffnet. Manuel Cardoso, ein konvertierter Jude, wird zu Unrecht verdächtigt und dient als Sündenbock. Durch Flucht kann er sich dem Zugriff entziehen und gelangt über Ragusa und Thessaloniki nach Istanbul.

Hier, im Zentrum des Osmanischen Reiches, lernt er Joseph Nasi kennen, Spross einer sephardischen Bankiersfamilie und herausragende Persönlichkeit der Renaissance. Nasis Familie wurde aus Spanien und Portugal vertrieben, ließ sich in Antwerpen und später Venedig nieder, ohne den Nachstellungen der Inquisition entgehen zu können. Vor dem Hintergrund einer kollektiven Verfolgung organisierte sie ein gigantisches Fluchthilfenetzwerk, um die verfolgten Juden in Sicherheit zu bringen. Am Bosporus erlangt Joseph Nasi die Gunst des Sultans und träumt von einer Heimstätte der Verfolgten.

Der Roman »Q« endet im Jahr 1555, »Altai« nimmt den Faden der Geschichte 15 Jahre später wieder auf. Das Osmanische Reich führt Krieg gegen Venedig und erobert die Insel Zypern, erlebt aber in der Seeschlacht von Lepanto eine vernichtende Niederlage. Die Handlung des Buches führt uns in die Geschichte einer Auseinandersetzung von historischer Dimension.

»Altai« ist ein Roman über Macht, Verfolgung, religiöse Toleranz und das Verhältnis von Mitteln und Zwecken.

Klaus Peter Arnold hat nach »54« mit »Altai« nun sein zweites Buch des Autorenkollektivs Wu Ming aus dem italienischen übersetzt. Der Übersetzer im Gespräch mit Daniela Fürst.

So wie »Q« und »54« ist »Altai« auf Deutsch in der Assoziation A erschienen.