Gerhard Ruiss: lieber, liebste, liebes, liebstes – Andichtungen

„So eindeutig sich Titel und Untertitel dieser Sammlung geben, so uneindeutig sind sie gemeint. Drei persönlichen Ansprachen folgt ein nicht mehr auf Menschen bezogenes „Liebstes“. Nur eine der drei persönlichen Ansprachen verweist auf Liebesbeziehungen, die beiden anderen dienen zur Belobigung oder Belehrung. Noch klarer kommt die Vielschichtigkeit des vermeintlich vorbehaltlosen Zuspruchs im Untertitel zum Ausdruck. Ob ein Gedicht wen oder wogegen es andichtet oder was es wem andichtetet, lässt sich nur im konkreten Einzelfall sagen.
Aus diesem Fundus beziehen die sich um die Themenstellung persönlicher und allgemeiner Anreden, Vorlieben und Behauptungen gruppierenden Gedichte ihre Möglichkeiten und kommen dabei zu den unterschiedlichsten Ergebnissen, Obsessionen, Hingaben und Anbetungen nicht ausgeschlossen, ganz im Gegenteil.“ (Quelle: Literaturedition NÖ)

In der Tradition der konkreten Poesie verhaftet, spielt Gerhard Ruiss regelrecht mit der Sprache und benutzt diese gestalterisch und lautmalerisch. Und Dank der nicht unerheblichen Manuskriptstapel auf seinem Schreibtisch können wir uns bald auf Neues freuen. Der Autor im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Buch ist in der Literaturedition Niederösterreich erschienen.

Claudia Tondl: Klosterneuburg sagst du

Das Buch „Klosterneuburg sagst du“ ist das Ergebnis eines community.art.projektes, das die Dramatikerin Claudia Tondl gemeinsam mit dem KUNSTLABOR Graz, der Caritas Pflege NÖ-Ost und dem Netzwerk Klosterneuburg Gut leben mit Demenz umsetzte. Durch Gespräche mit hochbetagten, an Demenz erkrankten Klosterneuburger*innen im Rahmen von Erzählcafés entwickelte Claudia Tondl die literarische Grundlage für das nun vorliegende Buch. Aus einzelnen Worten und Sätzen entsteht nach und nach ein dichtes Gewebe aus Erzählfragmenten. Melancholie, Sentimentalität und Sehnsucht nach Vergangenem ist zu spüren. Auch das Schwere, Bedrohliche wird sichtbar, man hört von einer Generation, die sich bemüht aus dem Krieg wieder in einen Alltag zu finden, die sich lieber an den Wiederaufbau erinnert, daran wie alles besser wurde, als an die traurigen Erlebnisse und Erfahrungen.

Die Vielstimmigkeit des Textes vereint sich in einem „Du“, das angesprochen wird. Vielleicht ist das Klosterneuburg? Im Dialog zwischen Text und Bild, im Nicht- und Wiedererkennen, in Leerstellen, Auslassungen und der Wiederholung im Sinne eines Wieder-Holens spricht das Buch mit seinem Leser, seiner Leserin. Es lädt ein zum Weitersprechen, Weitererzählen.

Claudia Tondl legt damit eine lyrische Verdichtung eines mehrjährigen Prozesses der Auseinandersetzung vor. Eine komplexe Übersetzungsarbeit, die Leser*innen eine mehrdimensionale Rezeption ermöglicht.

Mehr Informationen zu dem Projekt unter https://www.kunstlabor-graz.at/projekte/ein_ort_und_sein_gedaechtnis_-_klosterneuburg_erzaehlt

Die Autorin Claudia Tondl im Gespräch mit Christian Berger (literadio). Das Buch erschien im Frühjahr 2021 in der Literaturedition Niederösterreich.

jeder tag ist ein gedicht #30: Andreas Nastl-Koa Rona

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht.
14.4.2020 – Andreas Nastl: Koa Rona

Grafik : Andreas Nastl – meinbezirk.at /

Waldviertler Missverständnis:

I hob ghört, du host hiatzt Rona?

Wos soll i haum?

Nau Rona!?

Na, des is a Bledsinn – i hob Corona! 

Aso, nau mocht nix, i braux eh ned unbedingt.

Zum Autor

geboren und lebhaft in Langenlois NÖ.Freier Schriftsteller, Karikaturist, Kabarettist.

Veröffentlichungen:
„Wie kommt Kuhscheiße aufs Dach“ (autobiografischer Roman, 2004 – Verlag Bibliothek der Provinz) –  Dialektband „wia ma da schnowe gwoxn is“ (heimatkritische mundARTgedichte, Bibliothek der Provinz 2005) – Dialektband „eigfleischte wegetaria – und aundare meakwüadichkeitn“ Bibliothek der Provinz 2007 – „MISS VERSTÄNDNIS – und andere ganz, halb oder gar nicht lustige Geschichten“ ( Bibliothek der Provinz 2011 ) – Dialektband „fostviecha“ (Koproduktion mit Wolfgang Kühn) – STOAHOAT-Verlag 2015 – Kabarett-Solo: Unterhaltung mit Haltung (Gespräch bei literadio -2019)

jeder tag ist ein gedicht #21: Cornelia Travnicek – gestern mein freund

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht.

11.4.2020 – Cornelia Travnicek:

Foto: wikimedia /Lydia Gschosmann

gestern mein freund

war es gestern erst
dass du mit einer dose
bier in deiner hand
schlafend vom campingstuhl
gefallen bist

und wie die grashalme
in deinem atem zitterten

heute schiebst du einen
kinderwagen lässig mit
nur einer hand und hältst dir
englisch einen rasen vor
dem haus

und immer noch sind es grashalme
die vor dir zittern

Zuletzt erschien von Cornelia Travnicek 2020 „Feenstaub“ – Roman Picus Verlag

jeder tag ist ein gedicht #18: Heidelinde Prüger

In der Reihe „jeder tag ist ein gedicht“ publiziert literadio während der durch den Coronavirus von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen täglich ein Gedicht.
8.4.2020 – Heidelinde Prüger

Foto: Bibliothek der Provinz

Heidelinde Prüger auch: Heidi Prüger ist eine österreichische Literatin und Lyrikerin. Heidelinde Prüger besuchte das neusprachliche Gymnasium in Neunkirchen und studierte von 1992 bis 1998 der Germanistik, Anglistik, Scottistik an der Universität Klagenfurt und an der Universität Edinburgh.(wikipedia)

Eleonore Neiss: Amselmütter

Cover Amselmütter

Foto: Astrid Hofstätter-Fürpaß / Cover: hiasl

Beim Heurigen Diewald im Kamptal führte Christian Berger ein Gespräch mit der Autorin Eleonore Neiss über ihr Hörbuch „Amselmütter“. Es geht um die Träume und Entwicklungen in Beziehungen. Plötzlich wird die Alltagsroutine der gut verheirateten Mehrfachmutter Johanna durch Tom durcheinander gebracht. Selbstreflexion, Verantwortung vs. Gefühle. Eine Geschichte aus dem Alltag vieler Frauen.

Im Gespräch mit literadio erzählt die Autorin über ihre Sicht der Geschichte.Bestellungen des Hörbuches sind über den Kulturverein „aufdraht“ möglich.