Litonair 11-16: Wu Ming – ALTAI

Cover._altaiVenedig 1569. Eine gewaltige Detonation erschüttert die Nacht, der Himmel lastet rot auf der Lagune. Das Arsenal, die Werft der Serenissima, steht in Flammen, die Jagd auf die Schuldigen wird eröffnet. Manuel Cardoso, ein konvertierter Jude, wird zu Unrecht verdächtigt und dient als Sündenbock. Durch Flucht kann er sich dem Zugriff entziehen und gelangt über Ragusa und Thessaloniki nach Istanbul.

Hier, im Zentrum des Osmanischen Reiches, lernt er Joseph Nasi kennen, Spross einer sephardischen Bankiersfamilie und herausragende Persönlichkeit der Renaissance. Nasis Familie wurde aus Spanien und Portugal vertrieben, ließ sich in Antwerpen und später Venedig nieder, ohne den Nachstellungen der Inquisition entgehen zu können. Vor dem Hintergrund einer kollektiven Verfolgung organisierte sie ein gigantisches Fluchthilfenetzwerk, um die verfolgten Juden in Sicherheit zu bringen. Am Bosporus erlangt Joseph Nasi die Gunst des Sultans und träumt von einer Heimstätte der Verfolgten.

Der Roman »Q« endet im Jahr 1555, »Altai« nimmt den Faden der Geschichte 15 Jahre später wieder auf. Das Osmanische Reich führt Krieg gegen Venedig und erobert die Insel Zypern, erlebt aber in der Seeschlacht von Lepanto eine vernichtende Niederlage. Die Handlung des Buches führt uns in die Geschichte einer Auseinandersetzung von historischer Dimension.

»Altai« ist ein Roman über Macht, Verfolgung, religiöse Toleranz und das Verhältnis von Mitteln und Zwecken.

Klaus Peter Arnold hat nach »54« mit »Altai« nun sein zweites Buch des Autorenkollektivs Wu Ming aus dem italienischen übersetzt. Der Übersetzer im Gespräch mit Daniela Fürst.

So wie »Q« und »54« ist »Altai« auf Deutsch in der Assoziation A erschienen.

litonair 7-16 – Christl Greller: stadtseelenland

Die Autorin Christl Greller im Gespräch über ihren im Resistenzverlag 2016 erschienen Gedichtband “stadtseelenland”.

Greller archiviert mit poetischen Bildern Gefühle aus ihrem Alltag, die bei den LeserInnen Stimmungsechos und Nachdenklichkeit auslösen können.

Redaktion: Christian Berger

Bita Schafi-Neya – Mögen deine Augen leuchten

Cover des Buches lit on air 5-2016:  „Meine Reise durch den Iran“, so der Untertitel des Buches von Bita Schafi-Neya, das eben im Braumüller Verlag erschienen ist. Viele Vorurteile gibt es im Westen in Bezug auf das riesige Land in Vorderasien:  Ein Land mit Repressionen, hoher Arbeitslosigkeit, Kontrollen durch Sittenwächter und verschleierte und unterdrückte Frauen. Und gerade diese Vorurteile haben die Halbiranerin, die immer wieder Zeit im Iran verbringt, dazu bewogen ein Buch zu schreiben, das unsere Wahrnehmung öffnen und bereichern soll. Die Autorin schildert Ihren Blick auf Land und Leute und erzählt neben ihren privaten Erfahrungen auch wichtige Ereignisse aus der jüngeren Landesgeschichte.

Daniela Fürst im Gespräch mit der Autorin.

Fasching – gar nicht lustig

Cover des BuchesLeseproben und Interview mit dem Autor Wilhelm Kuehs. “Wer zuletzt lacht” (Haymon Verlag) heißt sein 2. Kriminalroman, der Einblicke in die Villacher Faschingskultur  bietet und sich mit der anwachsenden Bordellwirtschaft in Kärnten beschäftigt. Im Interview erläutert der Autor, was am Villacher Fasching so gar nicht lustig ist und welche Aufgabe Bordelle in unserer Gesellschaft spielen. Spannende Geschichte auf Basis von gut recherchierten Fakten.

Zum Nachhören:

litonair 9-15: Kärntner Krimi

CoverbildEin Gespräch mit dem Kärntner Autor Wilhelm Kuehs über seinen Krimi “Der letzte Rock hat keine Taschen” bringt litonair 9-15.

Eine Kriminalgeschichte mit Tiefgang. Wilhelm Kuehs spielt ein teuflisches Spiel mit Abgründen: den Abgründen der Kärntner Landespolitik, den Abgründen der menschlichen Seele und den ganz realen Abgründen der Alpen. Schonungslos nimmt sein Ermittler Ernesto Valenti die Verstrickungen der Buberl-Gesellschaft auseinander, wo immer er Kriminalität und Korruption wittert. Sein Krimi ist ebenso gesellschaftskritisch wie spannend – wo Ernesto Valenti aufdeckt, bleibt nichts im Verborgenen!(Haymon)

Zusätzlich lernt mensch bei der Lektüre viel über Mythen, den tibetanischen Buddhismus und seine gar nicht so friedliche Praxis und Ziele, die auch erkenntlich machen, wie der SS Mann  Heinrich Harrer als Lehrer des Dalai Lama dazu passt.
Kuehs gelingt es komplexe wissenschaftliche und politische Erkenntnisse in eine auch unterhaltsame und spannende Geschichte zu packen.