Bruji: 40 ljet/Jahre KROWODNROCK – Das Buch. Knjiga.

Für die einen waren/sind BRUJI das Erweckungserlebnis, Rufer in der Wüste oder auch singende Botschafter der Burgenlandkroatinnen und Burgenlandkroaten in ganz Österreich, für die anderen wiederum kompromisslose Kritiker jener Tamburicagruppen im Burgenland, welche ab den 1950er Jahren die kroatischen Volkslieder in ihren bunten Trachten zu Markte trugen und der Assimilation nichts entgegenhielten. BRUJI sind aber auch Wegbereiter eines dritten Weges, nämlich jenem zwischen der Volkstümelei und der Assimilation. Sie stehen für ein mehrsprachiges Burgenland. Ganz gewiss sind sie jedoch eines: Begründer des Krowodnrock, einer einzigartigen Stilrichtung in der österreichischen Rock- und Popmusik.
In der BRUJI-Biografie samt einem Songbook und einer CD mit zwei Liedern, die BRUJI anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens aufgenommen haben, kommen auch mehrere Autorinnen und Autoren zu Wort, die die burgenländische Band über Jahre und Jahrzehnte begleitet haben, u. a. die Musikethnologin Ursula Hemetek, der Sprachwissenschaftler Rudolf de Cillia, die Publizistin Anita Malli und der Chefredakteur der Hrvatske novine Petar Tyran. (Quelle:Edition lex liszt12)

Joško Vlasich (Hsg und Sänger) im Gespräch mit Christian Berger (literadio).
Video zum Buch:Crno Kolo. Der schwarze Reigen.

Musiktitel: Nema problema (Bruji) und Crno Kolo (Bruji)

Webseite KUGA

 

Markus Köhle: Zurück in die Herkunft

cover buchtitelRaus aus dem Gegenwartsmatsch und rauf aufs Gedankensprungbrett! Wenn der Slam-Poet und Assoziationsvirtuose Markus Köhle dazu ansetzt, die vielfältigen literarischen Quellen seiner Schreibarbeit vorzuführen, dann kommt viel mehr dabei heraus, als nur ein persönlicher Abstecher in die Literaturgeschichte: In 27 Kurztexten wird quer durch die Genres den eigenen poetischen Idolen auf den Zahn gefühlt, werden Vorbilder geplündert, Respektlosigkeiten ausgekostet und der dichterische Mut der Vergangenheit tollkühn in die Literatur der aktuellen Zukunft überführt.

Ergibt das eine Autofiktion in Leseexperimenten, eine Bestandsaufnahme noch gewitternder Geistesblitze oder den produktivsten Raubüberfall auf den Kanon? In jedem Fall wird hier eine unverwechselbare Stimme der österreichischen Gegenwartsliteratur auf ihre vielfältigen Einflüsse hin lesbar, von Herbeck über Bernhard, Gerstl, Okopenko, Mayröcker, Jonke, Radax, Rühm und Jandl bis zu Pataki, Ujvary, Priessnitz und Kräftner.

In Briefen und poetischen Antwortschreiben, in Nachdichtungen und Fortführungen, in Formvariationen und konkreter Listenpoesie bringt Markus Köhle zum Klingen, was nicht nur für ihn wichtig war, sondern auch für die Gegenwart brauchbar ist. Der Schaulauf dieser Nabelschau will nicht nur die Textquellen ins (ge)rechte Licht rücken, sondern vorführen, wie die Literatur der vergangenen fünf Jahrzehnte sich beständig zu aktuell brennenden Fragen äußert – so man sie zu Wort kommen lässt. (Verlagstext Sonderzahl)

Der Autor und „Sprachinstallateur“ Markus Köhle im Gespräch mit Christian Berger (literadio). Eine Medienbiografie der poetischen Art.

Verlegen gegen das Vergessen – Das Frühjahrsprogramm 2021

scrennhot website edition avSeit über 30 Jahren produziert der kleine Verlag ehrenamtlich Bücher. Christian Berger (literadio) spricht mit dem Verlagsleiter Andreas Hohmann über das Frühjahrsprogramm 2021 der Edition AV. Trotz Coronaeinschränkungen wurden 5 neue Bücher verlegt.

Lajos Kassàk – Ein Menschenleben
VIII. Buch Kommune
Räterepublik Ungarn 1919

Sulamith Sparre
Hannah Senesh
Widerstandskämpferin, Dichterin

Ursula Frost, Ulrich Gorki, Wolfgang Krone und Johannes Waßmer (Hrsg.)
Dialog als Prinzip

Festschrift für Hans-Joachim Werner

Ruth Weiss
Der spitze Hut
Roman

Wolfgang Haug
Theodor Plievier.
Anarchist ohne Adjektive. Der Schriftsteller der Freiheit
Eine Biographie

Weiters wurde über die Biografie der afroafrikanischen Freiheitskämpferin Harriet Tubman  gesprochen: Anna-Maria Benz „Freiheit oder Tod“

Claudia Tondl: Klosterneuburg sagst du

Das Buch „Klosterneuburg sagst du“ ist das Ergebnis eines community.art.projektes, das die Dramatikerin Claudia Tondl gemeinsam mit dem KUNSTLABOR Graz, der Caritas Pflege NÖ-Ost und dem Netzwerk Klosterneuburg Gut leben mit Demenz umsetzte. Durch Gespräche mit hochbetagten, an Demenz erkrankten Klosterneuburger*innen im Rahmen von Erzählcafés entwickelte Claudia Tondl die literarische Grundlage für das nun vorliegende Buch. Aus einzelnen Worten und Sätzen entsteht nach und nach ein dichtes Gewebe aus Erzählfragmenten. Melancholie, Sentimentalität und Sehnsucht nach Vergangenem ist zu spüren. Auch das Schwere, Bedrohliche wird sichtbar, man hört von einer Generation, die sich bemüht aus dem Krieg wieder in einen Alltag zu finden, die sich lieber an den Wiederaufbau erinnert, daran wie alles besser wurde, als an die traurigen Erlebnisse und Erfahrungen.

Die Vielstimmigkeit des Textes vereint sich in einem „Du“, das angesprochen wird. Vielleicht ist das Klosterneuburg? Im Dialog zwischen Text und Bild, im Nicht- und Wiedererkennen, in Leerstellen, Auslassungen und der Wiederholung im Sinne eines Wieder-Holens spricht das Buch mit seinem Leser, seiner Leserin. Es lädt ein zum Weitersprechen, Weitererzählen.

Claudia Tondl legt damit eine lyrische Verdichtung eines mehrjährigen Prozesses der Auseinandersetzung vor. Eine komplexe Übersetzungsarbeit, die Leser*innen eine mehrdimensionale Rezeption ermöglicht.

Mehr Informationen zu dem Projekt unter https://www.kunstlabor-graz.at/projekte/ein_ort_und_sein_gedaechtnis_-_klosterneuburg_erzaehlt

Die Autorin Claudia Tondl im Gespräch mit Christian Berger (literadio). Das Buch erschien im Frühjahr 2021 in der Literaturedition Niederösterreich.

Herbert Dutzler: Die Welt war eine Murmel

Cover Dutzler-Die Welt war eine Murmel

„Herbert Dutzler entführt diesmal nicht ins Revier des Altausseer Polizisten Franz Gasperlmaier, sondern in die Zeit seiner eigenen Kindheit. Die Welt seines Protagonisten Siegfried kennt der Bestseller-Autor ganz genau: Auch er ist in den 60er Jahren aufgewachsen, hat Kracherl geschlürft und sich mit Winnetou in den Wilden Westen geträumt.
Herbert Dutzler gewährt dir einen kindlichen und erfrischend anderen Blick zurück in jenes Früher, in dem nicht wirklich alles besser war, aber an das wir uns doch so gern erinnern. “ (Haymon Verlag)

Kein Nostalgischer Rückblick in die schöne alte Zeit sondern eine Einladung das eigene Hier und Jetzt im Kontext der zeitlichen Entwicklung zu reflektieren. Geschlechtliche Rollenbilder, Esskultur, Freizeitgestaltung, Reisefreiheit, Kommunikationsverhalten und Technologieentwicklungen sind nur einige Aspekte des Alltags die beleuchtet werden.

Der Autor im Gespräch mit Christian Berger. Das Buch ist 2021 im Haymon Verlag erschienen.

Michael Schmölzer: Die Befreiung Wiens

Cover: Theodor Kramer Verlag

Ein Gespräch mit dem Autor Michael Schmölzer über das 2020 im Theodor Kramer Verlag erschienene Buch „Die Befreiung Wiens – April 1945. Gespräche mit Überlebenden.“

Zum 75. Jahrestag der Befreiung Wiens durch die Rote Armee kommen 17 Frauen und Männer zu Wort, die während der Kämpfe 1945 in der Stadt waren und sich an die Ereignisse erinnern können. Sie waren noch Kinder oder Jugendliche und erlebten gemeinsam mit ihren Eltern die Bombenangriffe. Sie wurden als Kindersoldaten missbraucht und mussten den Schutt der zerbombten Häuser wegräumen. Was den einen Rettung vor der Bedrohung durch die Nationalsozialisten war, bedeutete für andere neue Gefahr. Es ist ein vielfältiges und in vielem auch neues Bild, das der Journalist und Autor und seine ZeitzeugInnen von den Ereignissen zeichnen.

Ergänzt werden die Berichte der Zeitzeugen durch kontextualisierende Einschübe mit historischen Fakten zu den letzten Kriegstagen und die damit zusammenhängenden über Generationen hinaus wirkenden Traumatisierungen.

Gast: Michael Schmölzer
Redaktion: Christian Berger
Verlag: Theodor Kramer