Simone Schönett: Das Pi der Piratin

„Können Frauen in der männlich gefärbten Sprachwelt ihre eigene, die weibliche Begierde zum Ausdruck bringen? Die Ich-Erzählerin in Simone Schönetts rasanter Prosa begibt sich auf die Suche nach einer weiblichen Sprache der Lust. Sie will ihrer Libido Ausdruck verleihen, forscht nach den ihr gerechten Worten, merkt aber bald, dass es nicht genügt, nur aus dem Fundus der Männer Ausdrücke für das zu nehmen, worum es eigentlich geht. Etwas Neues muss entstehen. Denn solange das Wort einer Frau nicht gilt, bleibt die mögliche Eintracht zwischen den Geschlechtern immer nur Utopie … Eine lustvolle Revolution der weiblichen Sprache, die uns über die Grenzen der gängigen Ausdrucksweise hinausführt.“ (Quelle: Edition Atelier)

Simone Schönett erzählt im Gespräch mit Daniela Fürst über ihre persönliche Intention diesen Text zu verfassen, wie sie die durch die Sprache abgebildete Realität erlebt und auch von den Schwierigkeiten, sich selbst als Autorin ein Stück weit vom Text abzugrenzen. Zwar lässt sich der Text nicht klar einem Genre zuordnen oder klassifizieren, aber er nimmt uns mit auf eine außergewöhnliche sprachliche Reise, auf einen humorvollen Spaziergang durch die verschiedensten Gedankenräume der Autorin rund um die weibliche Lust.

Stefan Soder: Die Tour

„Ein Lehrer, der die Schule schwänzt, um sich intimen Obsessionen hinzugeben. Ein erfolgreicher, mit sich hadernder Berater in der internationalen Finanzbranche im privaten Gewissenskonflikt. Mithilfe von dessen Ehefrau überredet Bernd seinen alten Freund Franz zu einer gemeinsamen Skitour. In ihrer Jugend unzertrennlich haben die beiden seit vielen Jahren nichts mehr zu zweit unternommen. Während sie den Berg besteigen, tauchen sie in ihre Vergangenheit ein, die sie verbindet und zugleich unausgesprochen zwischen ihnen steht. Die Perspektive wechselt hin und her wie die Serpentinen, über die sie den Berg hinauf spuren, wie die Schwünge, die sie bei der Abfahrt in den Schnee setzen. Ein Hin und Her, wie auch die Gedanken der beiden changieren, zwischen Offenheit und Rollenspiel, Verklärung und Groll, Verständnis und Abscheu, Vertrauen und Distanz, endgültigem Bruch und neuer Hoffnung.“ (Quelle: Braumüller Verlag)
In seinem dritten Roman erzählt Stefan Soder über Heimat und Entwurzelung, über Freundschaft, ihre Quintessenz und ihr mögliches Ende. Aber auch über die Auswüchse unserer Leistungsgesellschaft, sei es in der Enge der dörflichen Struktur oder in der Weite der globalisierten Welt.

Der Autor im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Buch ist im Braumüller Verlag erschienen.

Isabella Breier: Mir kommt die Hand der Stunde auf meiner Brust so ungelegen, dass ich im Lauf der Dinge beinah mein Herz verwechsle.

Ein Lyrikband in 12 Kapitel mit Illustrationen von Hannah Medea Breier, erschienen in der Edition fabrik.transit.

Isabella Breier im Gespräch mit Daniela Fürst über die Entstehungsgeschichte ihres 2019 erschienenen Lyrikbands, der unterschiedliche Gedichte aus mehreren Arbeitsjahren umfasst. Neben den Aspekten, die bei der Sortierung der Gedichte in die 12 Kapitel zum Tragen kamen, und der Rolle der Bilder, die ihre Tochter Hannah Medea Breier für die Kapitel geschaffen hat, erzählt die Autorin auch von den Entstehungsprozessen selbst, der Unmittelbarkeit und Dringlichkeit mancher Gedanken und den Überraschungen, die einige Gedichte auch ihr selbst im Nachhinein bereiten.

Eine Chronologie der literarischen Begegnungen

Mittwoch:
Es begann in der Dürre der Medienlandschaft. Endlich süßer Tannenduft mit Todesfolge, doch Talmi, das Los traf uns tief ins Napalmherz. Jedoch im Blaumann lassen sich Andere Sorgen für die Dauer der Scham besser aushalten, so brüllten wir jedenfalls ins Bobophon. Dann doch Die Welt unter meinen Zehen.

Donnerstag:
Die Geschichte des Körpers nach Art von Reading Luxembourg Nico und Nora gelesen, verstärkten unsere Sehnsucht Meer. Und die Heißzeit 51 im Zweistromland ließ die Frage aufkommen: Sind Sie eigentlich fit genug? Oder doch nur Niemandskinder

Freitag:
Im Hippocampus ploppte der Gedanke auf: Wir sind Nicht wie ihr! Auf dem Sanierungsgebiete tummelten sich die Helden, Heldin, Superhelden zur Rettung der blutigen Schundromane. Doch Schon bald wollten wir wissen Wie Baptiste starb, Ergebins: Reset!

Samstag:
Die Kosovarischen Korrekturen in den Dichtungen über Wölfinnen ließ uns die Frage stellen: Wer redet von der Reinheit? Doch zurück in Mezopotamya in der Finsternis des Carnevals kam es zur bayrischen Revolution. Obwohl Grünauge sieht dich!

Sonntag:
Die Entscheidung, die Bilder als Brücke zur Sprache zu nehmen, führte dazu, dass die Stimmen der Amsel die Übermacht im Netz bekam, doch in Herrschaftsfreien Institutionen gilt: Statt eines Menschen Freundlichkeit braucht es Weilling Land und Leute um den Geschmack Europas zu verstehen.

Streifzug

Unsere heutige Sendungen sind schon im Archiv zum Nachhören, Zeit mal einen Streifzug weg von der literadio-Bühne zu machen.

Ein Thema der heurigen Buchmesse ist die Erweiterung des Erzählens. Bewegte Bilder und virtuelle Realität bekommen mehr Raum. Auch Audio-Produkte wie Hörbücher oder Podcasts bekamen einen eigenen Bereich.

Der Samstag ist traditionell der besucherreichste Tag der Frankfurter Buchmesse, kein Wunder, die Cosplayer sind wieder da!

Der Traum in uns – Eindrücke vom Norwegen-Pavillion


Die minimalistische Präsentation des diesjährigen Gastlandes Norwegen finde ich sehr ansprechend. Große schwarz-weiß Bilder eines norwegischen Waldes sind an der Hinterwand des riesigen Raumes zu sehen, auf tischartigen Objekten mit stangenförmigen Aufbauten, die Segelboote, Rentiere oder sogar Landschaften darstellen sollen, liegen Bücher zum Schmökern, nicht zu dicht und dadurch sehr einladend. Besonders gefallen hat mir das Geruchsrätsel des norwegischen Autors Erling Kagge und einer Geruchsforscherin.

Höhepunkt sind die beiden verspiegelten Außenwände, die leicht ins Vibrieren geraten, und dadurch einer großen, leicht bewegten Wasseroberfläche gleichend den Raum ins Unendliche vergrößern.