Kurt Kotrschal: Sind wir Menschen noch zu retten?

Gefahren und Chancen unserer Natur. Ein Plädoyer für die liberale Demokratie.

„Menschliches Verhalten treibt unsere Biosphäre in ihr heutiges Multitrauma. Doch was sind die evolutionären Grundlagen menschlichen Verhaltens? Und welcher Handlungsspielraum bleibt uns angesichts von Klimakrise und Artensterben? Auf Basis seiner Erkenntnisse zur menschlichen Natur ist sich Kurt Kotrschal sicher: Nur eine liberale Demokratie mit breiter Partizipation, Gleichstellung der Geschlechter und starker Gemeinwohlorientierung ist in der Lage, das Überleben des Menschen und des Planeten zu gewährleisten. Weder Patriarchat noch gewaltsame autoritäre Herrschaftsformen haben genug Lösungspotential, um die zahlreichen, auch radikalen Verhaltensänderungen auf individueller und auf gesellschaftlicher Ebene zu fördern, die heute notwendig sind. Noch haben wir eine Chance – nutzen wir sie!“ (Quelle: Residenz Verlag)

Kurt Kotrschal ist Verhaltensforscher und Autor. Er war 1990 bis 2018 Professor für Verhaltensbiologie an der Uni Wien und leitete die Konrad Lorenz Forschungsstelle für Ethologie in Grünau. 2010 wurde er als Wissenschaftler des Jahres ausgezeichnet. Im Gespräch mit Daniela Fürst betont er die Bedeutung einer menschengerechten und faktenbasierenden Politik und erklärt einige wesentliche Grundkonstanten der „Conditio Humana“, die es dabei zu berücksichtigen gilt. Vor dem Hintergrund der Coronakrise hat sich für ihn zum einen vieles davon noch deutlicher hervorgetan und bestätigt, aber auch gezeigt, dass eine solche Politik möglich wäre.

Das Buch ist im Residenz Verlag in der Reihe UNRUHE BEWAHREN erschienen.

Simone Schönett: Das Pi der Piratin

„Können Frauen in der männlich gefärbten Sprachwelt ihre eigene, die weibliche Begierde zum Ausdruck bringen? Die Ich-Erzählerin in Simone Schönetts rasanter Prosa begibt sich auf die Suche nach einer weiblichen Sprache der Lust. Sie will ihrer Libido Ausdruck verleihen, forscht nach den ihr gerechten Worten, merkt aber bald, dass es nicht genügt, nur aus dem Fundus der Männer Ausdrücke für das zu nehmen, worum es eigentlich geht. Etwas Neues muss entstehen. Denn solange das Wort einer Frau nicht gilt, bleibt die mögliche Eintracht zwischen den Geschlechtern immer nur Utopie … Eine lustvolle Revolution der weiblichen Sprache, die uns über die Grenzen der gängigen Ausdrucksweise hinausführt.“ (Quelle: Edition Atelier)

Simone Schönett erzählt im Gespräch mit Daniela Fürst über ihre persönliche Intention diesen Text zu verfassen, wie sie die durch die Sprache abgebildete Realität erlebt und auch von den Schwierigkeiten, sich selbst als Autorin ein Stück weit vom Text abzugrenzen. Zwar lässt sich der Text nicht klar einem Genre zuordnen oder klassifizieren, aber er nimmt uns mit auf eine außergewöhnliche sprachliche Reise, auf einen humorvollen Spaziergang durch die verschiedensten Gedankenräume der Autorin rund um die weibliche Lust.

Lucia Leidenfrost: Wir verlassenen Kinder

Ein abgeschiedenes Dorf. Leere Bauernhöfe. Eine aufgelassene Schule. Die Erwachsenen haben nach und nach das Dorf verlassen. Zurückgeblieben sind die Kinder. Sie empfangen Pakete und Geld. Sie kochen, putzen und pflegen die Großeltern und kleinen Geschwister. Scheinbar soll Krieg herrschen rundherum. Als auch der einzige Lehrer das Dorf verlässt, beginnen die Kinder, ihre eigenen Gesetze und Regeln aufzustellen. Was harmlos beginnt, wird rasch zu einem System aus Gewalt und Macht, dem sich alle zu unterwerfen haben. Nur Mila will sich nicht beugen und wird zur Außenseiterin, die bis zum Ende für das Gute kämpft.

Lucia Leidenfrost entwirft in ihrem ersten Roman eine unheimliche und vielstimmige Parabel. Das Dorf könnte überall stehen, zu jeder Zeit. Gerade das verleiht dem Roman eine durchdringende Aktualität. Doch so düster die Aussichten auch sein mögen, die Hoffnung leuchtet kraftvoll wie ein Stern in der Dunkelheit.“ (Quelle: Kremayr & Scheriau)

Die Autorin im Gespräch mit Daniela Fürst über Sprache, Entstehungsgeschichte und Hintergründe zum Buch. Der Roman ist im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen.

Mehr zu Lucia Leidenfrost: www.lucialeidenfrost.at


 

Bita Schafi-Neya – Mögen deine Augen leuchten

Cover des Buches lit on air 5-2016:  „Meine Reise durch den Iran“, so der Untertitel des Buches von Bita Schafi-Neya, das eben im Braumüller Verlag erschienen ist. Viele Vorurteile gibt es im Westen in Bezug auf das riesige Land in Vorderasien:  Ein Land mit Repressionen, hoher Arbeitslosigkeit, Kontrollen durch Sittenwächter und verschleierte und unterdrückte Frauen. Und gerade diese Vorurteile haben die Halbiranerin, die immer wieder Zeit im Iran verbringt, dazu bewogen ein Buch zu schreiben, das unsere Wahrnehmung öffnen und bereichern soll. Die Autorin schildert Ihren Blick auf Land und Leute und erzählt neben ihren privaten Erfahrungen auch wichtige Ereignisse aus der jüngeren Landesgeschichte.

Daniela Fürst im Gespräch mit der Autorin.

litonair spezial: Nikolaus Eberstaller – WUT

Korrekturen EBERSTALLER.AT.inddER wird verlassen. Überzeugt unglücklich tanzt er dem Untergang seiner Welt entgegen. Denken ist mühsam und führt zu nichts. Die Mauer zwischen vermeintlicher Realität und vermutlicher Einbildung kollabiert. Er flutet sein Haus, diskutiert mit seinem Clown, atmet sich in fremde Frauen und läuft geifernd auf all die Dinge zu, die ihn abstoßen: Passivhäuser, Hitlerbärtchen zwischen den Beinen, bratwurstimitatfressende Veganer, Spaltenbodenkunstlichtschweine, Bonsaizüchter, Vertreter von Damenhygieneartikeln, Waffenlobbyisten, Jungpolitiker und das Land ohne aufrechte Wirbelsäulenflöte, das bis heute nicht begriffen hat, dass es alle Weltkriegserklärer
hervorgebracht hat. Dann trifft er Eva.

Nikolaus Eberstaller im Gespräch mit Daniela Fürst über seinen Romanerstling WUT, was für ihn politisches Handeln bedeutet und den evolutionären Sieg der panonischen Stechmücke. Das Buch ist im BU&BU Verlag erschienen.