Eine Chronologie der literarischen Begegnungen

Mittwoch:
Es begann in der Dürre der Medienlandschaft. Endlich süßer Tannenduft mit Todesfolge, doch Talmi, das Los traf uns tief ins Napalmherz. Jedoch im Blaumann lassen sich Andere Sorgen für die Dauer der Scham besser aushalten, so brüllten wir jedenfalls ins Bobophon. Dann doch Die Welt unter meinen Zehen.

Donnerstag:
Die Geschichte des Körpers nach Art von Reading Luxembourg Nico und Nora gelesen, verstärkten unsere Sehnsucht Meer. Und die Heißzeit 51 im Zweistromland ließ die Frage aufkommen: Sind Sie eigentlich fit genug? Oder doch nur Niemandskinder

Freitag:
Im Hippocampus ploppte der Gedanke auf: Wir sind Nicht wie ihr! Auf dem Sanierungsgebiete tummelten sich die Helden, Heldin, Superhelden zur Rettung der blutigen Schundromane. Doch Schon bald wollten wir wissen Wie Baptiste starb, Ergebins: Reset!

Samstag:
Die Kosovarischen Korrekturen in den Dichtungen über Wölfinnen ließ uns die Frage stellen: Wer redet von der Reinheit? Doch zurück in Mezopotamya in der Finsternis des Carnevals kam es zur bayrischen Revolution. Obwohl Grünauge sieht dich!

Sonntag:
Die Entscheidung, die Bilder als Brücke zur Sprache zu nehmen, führte dazu, dass die Stimmen der Amsel die Übermacht im Netz bekam, doch in Herrschaftsfreien Institutionen gilt: Statt eines Menschen Freundlichkeit braucht es Weilling Land und Leute um den Geschmack Europas zu verstehen.

Streifzug

Unsere heutige Sendungen sind schon im Archiv zum Nachhören, Zeit mal einen Streifzug weg von der literadio-Bühne zu machen.

Ein Thema der heurigen Buchmesse ist die Erweiterung des Erzählens. Bewegte Bilder und virtuelle Realität bekommen mehr Raum. Auch Audio-Produkte wie Hörbücher oder Podcasts bekamen einen eigenen Bereich.

Der Samstag ist traditionell der besucherreichste Tag der Frankfurter Buchmesse, kein Wunder, die Cosplayer sind wieder da!

Der Traum in uns – Eindrücke vom Norwegen-Pavillion


Die minimalistische Präsentation des diesjährigen Gastlandes Norwegen finde ich sehr ansprechend. Große schwarz-weiß Bilder eines norwegischen Waldes sind an der Hinterwand des riesigen Raumes zu sehen, auf tischartigen Objekten mit stangenförmigen Aufbauten, die Segelboote, Rentiere oder sogar Landschaften darstellen sollen, liegen Bücher zum Schmökern, nicht zu dicht und dadurch sehr einladend. Besonders gefallen hat mir das Geruchsrätsel des norwegischen Autors Erling Kagge und einer Geruchsforscherin.

Höhepunkt sind die beiden verspiegelten Außenwände, die leicht ins Vibrieren geraten, und dadurch einer großen, leicht bewegten Wasseroberfläche gleichend den Raum ins Unendliche vergrößern.

Louise Werner, Verena Mermer (Hg.): “… aber mir hat der Marxismus besser gefallen!”

Erinnerungen 1931 bis 2001

“Louise Werners Leben beginnt mit einer Kindheit im Roten Wien und unter dem Austrofaschismus. Kurz vor ihrem zehnten Geburtstag muss sie die Machtergreifung der Nationalsozialisten miterleben. Ihr nach den Nürnberger Gesetzen jüdischer Vater, Angehöriger einer Widerstandsgruppe, wird 1944 im KZ Warschau ermordet. Als überzeugte Sozialistin kritisiert Werner die großen Versäumnisse nach der Befreiung. Sie sieht sich erneut mit autoritären Denk- und Handlungsmustern konfrontiert, mit den Auswirkungen rechter Männerbündelei und politischer Seilschaften auf das „Private“, auf Frauen und Kinder.
Louise Werners Autobiographie liest sich als Lehrbuch für konkrete Empörung. Nicht ein Distanzieren und Verachten wird nahe gelegt, sondern ein genaues Benennen und Bekämpfen dessen, was schief lief in der Zweiten Republik – im Hinblick auf die Rechte und Lebensentwürfe der in der NS-Zeit Zurückgesetzten und besonders der Frauen.” (Quelle: Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft)

Louise Werner (Pseudonym), geboren 1928 in Wien. Besuch des Konservatoriums, Studium der Geschichte. Tätigkeiten als Haushaltsarbeiterin, Geigerin, Sekretärin und Bibliothekarin. Verantwortliche für Kinder- und Jugendliteratur und Verfasserin von Rezensionen an der Städtischen Bücherei Wien. Louise Werner verstarb am 6. März 2018 in Wien.

Die Herausgeberin Verena Mermer im Gespräch mit Daniela Fürst. Sie erzählt über die Entstehungsgeschichte des Buches, die intensive Arbeit am Text und den generellen Umgang mit ZeitzeugInnenschaft und deren Bedeutung für die Gegenwart.