Simone Hirth – LIED ÜBER DIE GEEIGNETE STELLE FÜR EINE NOTUNTERKUNFT

Buchcover

Eine junge Frau, Mitte 20, sitzt nach dem Abriss ihres Elternhauses im Schutt und versucht einen Wiederaufbau. Wie besessen räumt und schleppt sie das Vergangene in ihre Notunterkunft. Dabei entsteht nicht nur eine solide Bleibe, sondern auch ein Gegenmodell zur gesellschaftlichen Norm.

Im ersten Roman lotet Simone Hirth die Grenzen des literarisch Möglichen aus und trifft so auf das Eigentliche. Zynismus verkehrt sich in Galgenhumor. Ein Buch mit nicht allzu leiser Kritik an der Konsumgesellschaft und jenen, die eigentlich anders leben wollen und erst wieder ein Etikett dafür brauchen.

Simone Hirth im Gespräch mit Daniela Fürst über die Facetten des Buches, ihre Art das Thema aufzuschreiben, und ein Abgleich mit der realen Welt und ihren Blick darauf.

Das Buch ist im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen.

lit-on-air 6-17: Stefan Soder – Simonhof

Buchcover_simonhofIn seinem zweiten Roman SIMONHOF erzählt Stefan Soder über Generationen eine Familiengeschichte.

Ein Bergbauernhof in den Alpen. Hoch oben, abgelegen, weitgehend autark, scheinbar kaum verbunden mit der großen Geschichte und doch voller Erzählungen, in denen sich die bedeutenden Veränderungen in der Lebenswelt von vier Generationen widerspiegeln. In Zeiten bitterer Armut wird eine Alm vom ersten Simonbauer am Kartentisch erobert und mit Geschick und Beharrlichkeit zum Bauernhof ausgebaut. Später, am Rande des Zweiten Weltkrieges, wächst der Simonhof, die Pflichtkontingente werden mithilfe von Zwangsarbeitern erfüllt. In den 1970er-Jahren bringen technischer Fortschritt und der Fremdenverkehr, der anderswo Bauerndörfer zu mondänen Treffpunkten der besseren Gesellschaft macht, einen Wohlstandsschub. Der Fortschritt lässt sich von manchem Sturkopf bremsen, aber nicht aufhalten und so steht der letzte der Simonbauern vor den Herausforderungen eines Tourismusindustriellen. So strebt jede Generation nach einer besseren Zukunft. Für Soder ist es auch die Suche nach den Spuren einer Herkunft, erzählt mit der Distanziertheit einer Außenstehenden und der vertrauten Intimität einer Angehörigen.

Der Roman Simonhof ist im Braumüller Verlag erschienen. Stefan Soder im Gespräch mit Daniela Fürst.

Musik: осоле by Kosta T

Robert Foltin: Die Rote Garde in Wien

coverbild In unserer Sendereihe “literadio on air” stellt Barbara Huber im Gespräch mit dem Autor Robert Foltin sein neues Buch “Die rote Garde in Wien” vor.
Im Herbst 1918 zerbricht die Donaumonarchie. Armee und staatliche Institutionen des Reiches zerfallen. Anfang November wird in Wien die Rote Garde gegründet um das Proletariat vor der Reaktion zu schützen. In dieser Situation wird der Reaktionär und Antisemit Hauptmann Otto Reinsfeld umgebracht. Jakob soll der Mörder sein….
„Die Rote Garde in Wien“ ist eine Fortsetzung von „Herbst 1918, ein Anfang“.
Beide Bücher sind im Eigenverlag erschienen.

Reiner Tiefenbacher/Taner Türker: Bombenstimmung im Hamsterrad

Foto: LaKult/Bernhard Lechner

Aufzeichnung der Veranstaltung von Reiner Tiefenbacher (Text/Vortrag) und Taner Türker (Cello) aus dem Arkadensaal Langenlois vom 17.2.2017.

Veranstalter: LaKult

Warum ist der Glaube an die Reinkarnation gerade für die Lemminge so gefährlich, warum ist das Konzept des Himmlischen Paradieses bei den Christen nicht so ausgereift wie bei den Anhängern des Urknalls? Warum ist die Liebe nur theoretisch weniger gefährlich als die Atombombe? Warum müssen die Hamster jedes Jahr ein bisschen schneller rotieren, warum erkennt man die Bildkunst, wieso wird es immer wärmer und warum wird sich der Abstrakte Expressionismus noch das letzte Marktsegment der Heiligenbilder unter den Nagel reißen? Wie funktioniert Telefonsex, wer hat den Urknall geschaffen und warum herrscht trotzdem so eine Bombenstimmung im Hamsterrad?
Das sind die Fragen, die uns alle umtreiben – die müssen in den zwei Stunden geklärt werden.
Gottseidank ist Taner Türker mit von der Partie. mit Cello und Djembe stellt er von Anfang an die gelassenste musikalische Atmosphäre her, zwischen Leichtigkeit und bitterer Süße, seine Musik ist das Einzige worauf man sich verlassen kann – als Kontrapunkt, als Begleitung, im Solo holt er immer wieder im geeigneten Augenblick das wilde assoziative Querfeldein eines zornigen alten Mannes auf den Boden musikalischer Realität zurück und gibt dem Programm einen Klangrahmen, den es dringend braucht, damit es nicht in ein Chaos zerfällt, das der wirklichen Welt gleichen würde.

25 Jahre Literaturedition Niederösterreich

litnoe2518. November 2016 – Palais Niederösterreich – eine Festveranstaltung anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Literaturedition Niederösterreich.
137 Bücher, 124 Autorinnen und Autoren, 79 Künstlerinnen und Künstler. Das ist die Bilanz einer mittlerweile 25jährigen Geschichte eines ganz besonderen Verlages. Als Teil der Literaturförderung des Bundeslandes Niederösterreich im Jahr 1991 gegründet, hat der Verlag sein ganz spezielles Profil entwickelt und spiegelt die vielfältige und abwechslungsreiche Literaturlandschaft Niederösterreichs wider.
literadio war bei der Festveranstaltung dabei und bringt mittels Ausschnitte in der Sendereihe “lit on air” Einblicke in die Literaturförderung in Niederösterreich.