Bachmannpreis-Gewinnerin 2018: Tanja Maljartschuk

Zum vierten Mal in der Geschichte des Bachmannpreises seit 2012 gewann eine Autorin, die nicht in ihrer Muttersprache, sondern deutsch schreibt. „Auf Deutsch schreiben verlangt mir Kraft ab.“, sagt sie selbst über ihre Arbeit. Seit 2011 lebt und arbeitet die Autorin in Österreich. Maljartschuk interessiert sich in ihren Texten für die Menschen am Rande, jene mit Migrationshintergrund und was das alles bedeuten kann. Auf Einladung von Stefan Gmünder las sie bei den Bachmanntagen den Text „Frösche im Meer“.

Mit ihrem Roman “Biografie eines zufälligen Wunders” (Residenz Verlag) war Tanja Maljartschuk 2014 zu Gast auf der literadio-Bühne in Leipzig. Daniela Fürst führte dort mit ihr ein Gespräch zu einem Zeitpunkt, an dem sich ihr Herkunftsland, die Ukraine, bereits in der Krise und in bürgerkriegsähnlichen Zuständen befand. Bis heute herrscht keine völlige Waffenruhe, und endgültiger Friede ist nicht in Aussicht.

Tanja Maljartschuk im Gespräch mit Daniela Fürst.

litonair spezial: Nikolaus Eberstaller – WUT

Korrekturen EBERSTALLER.AT.inddER wird verlassen. Überzeugt unglücklich tanzt er dem Untergang seiner Welt entgegen. Denken ist mühsam und führt zu nichts. Die Mauer zwischen vermeintlicher Realität und vermutlicher Einbildung kollabiert. Er flutet sein Haus, diskutiert mit seinem Clown, atmet sich in fremde Frauen und läuft geifernd auf all die Dinge zu, die ihn abstoßen: Passivhäuser, Hitlerbärtchen zwischen den Beinen, bratwurstimitatfressende Veganer, Spaltenbodenkunstlichtschweine, Bonsaizüchter, Vertreter von Damenhygieneartikeln, Waffenlobbyisten, Jungpolitiker und das Land ohne aufrechte Wirbelsäulenflöte, das bis heute nicht begriffen hat, dass es alle Weltkriegserklärer
hervorgebracht hat. Dann trifft er Eva.

Nikolaus Eberstaller im Gespräch mit Daniela Fürst über seinen Romanerstling WUT, was für ihn politisches Handeln bedeutet und den evolutionären Sieg der panonischen Stechmücke. Das Buch ist im BU&BU Verlag erschienen.