Preis der Leipziger Buchmesse 2019 geht an Anke Stelling

Ihr 2018 erschienener Roman “Schäfchen im Trockenen” wurde in der Kategorie Belletristik als bestes Buch ausgezeichnet.

Die Jurybegründung: “In Anke Stellings Roman einer Aufsteigerin werden die starken Affekte – Wut, Zorn, Stolz – literarisch produktiv. Im Rückblick auf verlorene Illusionen entsteht eine verstörend uneindeutige, scharf belichtete Momentaufnahme der Gegenwart.”

Der bereits zum 15. Mal verliehene Preis der Leipziger Buchmesse zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland.

Wir gratulieren der Autorin und dem Verbrecher Verlag!

 

 

literadio durfte Anke Stelling mit “Schäfchen im Trockenen” bereits auf der Frankfurter Buchmesse 2018 als Gast begrüßen. Die Autorin im Gespräch mit Daniela Fürst.

Lyrikpreis MERAN 2020 – Einladung zur Einreichung

Im kommenden Jahr findet der traditionsreiche Lyrikpreis Meran zum 15. Mal statt, in diesem Jahr wird er im gesamten deutschsprachigen Raum ausgeschrieben.

Katrin Klotz (Planungsteam) und Mag. Robert Huez (Komitee Lyrikpreis Meran) laden alle Interessierten dazu ein, bis zum 31. Juli 2019 ihre Beiträge von 10 unveröffentlichten Gedichten in fünffacher Ausführung per Post oder E-Mail einzusenden: Lyrikpreis Meran, Hofmannplatz 2, 39011 Lana, Italien / katrin.klotz@lyrikpreis-meran.org

Teilnahmeberechtigt sind alle Deutsch schreibenden Autorinnen und Autoren, die wenigstens einen eigenständigen Lyrik- oder Prosaband in einem Verlag (kein Eigenverlag) veröffentlicht haben.

Vom 14. – 16. Mai 2020 werden die neun nominierte Dichterinnen und Dichter vor einer Jury (Thorsten Ahrend, Urs Allemann, Ulrike Draesner, Konstanze Fliedl und Paul Jandl) ihre eingesandten Gedichte vortragen und dem öffentlichen Gespräch im Pavillon des Fleurs anbieten. Aus diesen werden die Preisträgerinnen und Preisträger ermittelt.

Alle weiteren Details und Einreichbedingungen sind auf www.lyrikpreis-meran.org nachzulesen.

Richard Schuberth – Narzissmus und Konformität. Selbstliebe als Illusion und Befreiung

Tatsächlich kennt zwar nicht jeder einen machthungrigen Manager, aber doch einen (ehemaligen) lieblosen Lebensabschnittspartner, auf den das Urteil unbedingt zutrifft: egoman, überheblich, unsozial. In seiner ebenso elegant wie angemessen polemisch verfassten Bestandsaufnahme nimmt Richard Schuberth unsere egozentrischen Lebenswelten in den Blick, vergisst dabei aber nicht das Sprechen über Narzissmus und dessen hochinteressante historische Genese. Kritikwürdiger als die Persönlichkeitsstörung scheint oft ihre Beurteilung: Wie kommt es, dass überaus gestrengen Kulturkritikern und abrechnungsfreudigen Psychologen die verfemte Extravaganz vor allem bei Frauen und Homosexuellen aufstieß? Wie ist es überhaupt um das Ideal einer Gesellschaft bestellt, in der man sich nichts herausnehmen soll? Die Kritik des Narzissmus erweist sich in der Konkurrenzgesellschaft als Einübung in den Konformismus und dieser selbst als Ausdruck eines kollektiven Narzissmus. So der Klappentext des Buches…

Der Autor Richard Schuberth im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Essay “Narzissmus und Konformität” ist im Verlag Matthes & Seitz Berlin erschienen.

Bachmannpreis-Gewinnerin 2018: Tanja Maljartschuk

Zum vierten Mal in der Geschichte des Bachmannpreises seit 2012 gewann eine Autorin, die nicht in ihrer Muttersprache, sondern deutsch schreibt. „Auf Deutsch schreiben verlangt mir Kraft ab.“, sagt sie selbst über ihre Arbeit. Seit 2011 lebt und arbeitet die Autorin in Österreich. Maljartschuk interessiert sich in ihren Texten für die Menschen am Rande, jene mit Migrationshintergrund und was das alles bedeuten kann. Auf Einladung von Stefan Gmünder las sie bei den Bachmanntagen den Text „Frösche im Meer“.

Mit ihrem Roman “Biografie eines zufälligen Wunders” (Residenz Verlag) war Tanja Maljartschuk 2014 zu Gast auf der literadio-Bühne in Leipzig. Daniela Fürst führte dort mit ihr ein Gespräch zu einem Zeitpunkt, an dem sich ihr Herkunftsland, die Ukraine, bereits in der Krise und in bürgerkriegsähnlichen Zuständen befand. Bis heute herrscht keine völlige Waffenruhe, und endgültiger Friede ist nicht in Aussicht.

Tanja Maljartschuk im Gespräch mit Daniela Fürst.

litonair spezial: Nikolaus Eberstaller – WUT

Korrekturen EBERSTALLER.AT.inddER wird verlassen. Überzeugt unglücklich tanzt er dem Untergang seiner Welt entgegen. Denken ist mühsam und führt zu nichts. Die Mauer zwischen vermeintlicher Realität und vermutlicher Einbildung kollabiert. Er flutet sein Haus, diskutiert mit seinem Clown, atmet sich in fremde Frauen und läuft geifernd auf all die Dinge zu, die ihn abstoßen: Passivhäuser, Hitlerbärtchen zwischen den Beinen, bratwurstimitatfressende Veganer, Spaltenbodenkunstlichtschweine, Bonsaizüchter, Vertreter von Damenhygieneartikeln, Waffenlobbyisten, Jungpolitiker und das Land ohne aufrechte Wirbelsäulenflöte, das bis heute nicht begriffen hat, dass es alle Weltkriegserklärer
hervorgebracht hat. Dann trifft er Eva.

Nikolaus Eberstaller im Gespräch mit Daniela Fürst über seinen Romanerstling WUT, was für ihn politisches Handeln bedeutet und den evolutionären Sieg der panonischen Stechmücke. Das Buch ist im BU&BU Verlag erschienen.